Am Samstag beginnen die Literaturtage Böblingen/Sindelfingen

Zwei Wochen mit über 60 Veranstaltungen

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    Meister des geschriebenen Wortes: Autor Michael Kleeberg Foto: TB
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    Meister des gesprochenen Wortes: Slammer Nikita Gorbunov Foto: red

Artikel vom 08. Oktober 2019 - 17:18

Von Florian Ladenburger

BÖBLINGEN/SINDELFINGEN. Was war das 2017 doch für ein Trubel? Innerhalb von vier Wochen fanden über 100 Angebote, Lesungen und Workshops in Böblingen und Sindelfingen statt. Damals waren die Nachbarstädte Austragungsort der 34. Baden-Württembergischen Literaturtage. Bereits 2006 musste sich Böblingens Kulturamtsleiter Peter Conzelmann - damals frisch im Amt - dafür bewerben. Elf Jahre blieben dann, um das Literaturfestival mit einem ansprechenden und dichten Programm auf die Beine zu stellen.

Mit dem Sindelfinger Amtskollegen Horst Zecha und Christian Fiebig, dem Leiter der Volkshochschule Böblingen-Sindelfingen, hatte Conzelmann zwei ideale Partner gefunden, sind alle drei doch studierte Literaturwissenschaftler. Allen war klar, "dass Literatur in beiden Städten im Veranstaltungskanon eher unterrepräsentiert ist", sagt Conzelmann. Die "Schreib-Arbeit", so das damalige Motto, fiel also auf fruchtbaren Boden.

Als "ein dickes Brett" bezeichnet Conzelmann die Leistung, die in den vier Wochen mit vielen Partnern vom Blauen Haus in Böblingen über den Sindelfinger Pavillon bis zu den Stadtbibliotheken beider Städte abgeliefert wurde. Die Kritik, das Programm sei zu voll und mit zu viel Terminüberschneidungen, kann er nicht nachvollziehen: "Zusammen sind Böblingen und Sindelfingen ja eine Großstadt mit knapp 120 000 Einwohnern. Da kann es schon sein, dass an einem Abend mehrere Sachen stattfinden." Keine Veranstaltung sei wegen des Überangebots untergegangen. Bei dem vielschichtigen Programm sei für alle etwas dabei gewesen.

Es gibt ein Wiedersehen mit dem Kulturpreisträger Michael Kleeberg

Kaum war die große Literatur-Sause vorbei, stand bei den drei Organisatoren eine Frage im Raum: War's das jetzt? Im Gegenteil: "Wir waren uns relativ schnell einig, dass wir es fortsetzen wollen", sagt Conzelmann. Diesmal allerdings ohne die Förderung vom Land. Dazu entschied sich das Literatur-Triumvirat für einen zweijährigen Turnus sowie eine Dauer von zwei statt vier Wochen. Das Motto "Schreib-Arbeit" bleibt erhalten und wird zur Dachmarke ohne großen Bezug zum eigentlichen Program.

Mit über 60 Veranstaltungen ist erneut viel geboten. Von der Belletristik über das Sachbuch bis zur Kinder- und Jugendliteratur ist keine Zielgruppe ausgeschlossen. Auch das gesprochene Wort kommt bei einem Poetry-Slam-Workshop mit Nikita Gorbunov zur Geltung. Der bekannte Slammer ist auch bei der Jazztime zum Thema "Poetry Slam Jazz" dabei. Den Abschluss bildet ein Wiedersehen mit Autor Michael Kleeberg, der 2017 mit dem Böblinger Kulturpreis ausgezeichnet wurde. "Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, das Feuer, das wir 2017 entfacht haben, weiterzutragen", freut sich Conzelmann über das vielseitige Programm.

Das gesamte Programm, Kauf und Reservierung von Tickets sowie weitere Informationen im Programmheft. Dieses liegt an vielen öffentlichen Stellen aus und ist unter http://www.boeblingen.de im Internet zu finden.

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