Kommentar: Tückisch

Ein 71-jähriger Gärtringer fühlt sich ungerecht behandelt

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    Auch nachdem das Amtsgerichts-Urteil vom 12. Dezember rechtskräftig ist, fühlt sich der Gärtringer Kurt Kimmerle ungerecht behandelt . Foto: Bischof/Archiv

Artikel vom 08. Oktober 2019 - 18:00

Von Jan-Philipp Schlecht

Die Geschichte von Kurt Kimmerle lässt einen ratlos zurück. Stimmt seine Version des Vorfalls vom 28. August 2018? Oder die der Polizei? Es steht Aussage gegen Aussage. Der Fall zeigt, wie eine kleine Ursache eine große Wirkung haben kann. Und dass es zu ein und derselben Begebenheit mehrere Wahrheiten geben kann. Dass der 71-Jährige in dieses Schlamassel geriet, ist vor allem eine Verkettung unglücklicher Umstände.

Er ging ohne böse Absicht als Unbeteiligter in einen Streit, wollte vermitteln. Im Eifer des Gefechts gab ein Wort das andere und am Ende hatte er das Nachsehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Erinnerung ihre Tücken hat. Was menschlich ist. Ermittler können ein Lied davon singen, wie stark Zeugenaussagen vom tatsächlichen Geschehen abweichen können. Gut möglich, dass diese Verzerrung auch hier eintrat. Doch zwei Gerichte haben entschieden: Das Urteil ist rechtskräftig. Zumindest an dieser Wahrheit besteht kein Zweifel.