Zaubern statt zaudern: Thorsten Strotmann schaut nach vorne

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    Auf der rot markierten Fläche am Langen See hätte das Flugfeld-Theater entstehen sollen Foto:TB

Artikel vom 05. Oktober 2019 - 08:06

BÖBLINGEN/SINDELFINGEN/LEONBERG (edi). Vor fast genau einem Jahr sorgte ein Facebook-Post von Thorsten Strotmann für großes Medienecho. Der Zauberkünstler hatte darin seinem Frust Luft gemacht. Der Grund: Nach monatelangen Verhandlungen mit dem Zweckverband Flugfeld und den Städten Böblingen und Sindelfingen war der Magier seinem Traum von einem Theaterneubau auf dem Flugfeld kein Stück näher gekommen.

Fast ein Jahr lang hatte Strotmann sich um eine Einigung bemüht. Vieles hätte für das Projekt gesprochen: Sieben Millionen Euro wollte er investieren. Rund 500 000 Euro Gewerbesteuereinnahmen hätte das Theater nach seiner Schätzung abgeworfen.

Letztlich scheiterte das Bauvorhaben unter anderem an behördlicher Trägheit und schwierigen Auflagen - darunter der vorgeschriebene Bau einer Tiefgarage und ein obligatorischer Architektenwettbewerb. All dies hätte das Projekt für den Unternehmer deutlich teurer und riskanter werden lassen.

In den Ratsgremien wurde über die Pläne kontrovers diskutiert. Die Verwaltung berief sich auf das Prinzip der Gleichbehandlung. Dieses gelte für alle Investoren auf dem Flugfeld, weswegen man Strotmanns Projekt - so gewinnbringend es auch sein mochte - auch keinen Sonderstatus einräumen wollte.

Danach richtete Strotmann seinen Blick nach Leonberg. In der Nähe des Multiplex-Kinos "Traumpalast" wollte er seinen Traum verwirklichen. Der Leonberger Gemeinderat hatte dem Bauvorhaben im Mai mehrheitlich zugestimmt. Allerdings wollte der Zauberkünstler sein Projekt auf keinen Fall gegen den Widerstand größerer Teile der Bevölkerung durchsetzen. Und genau den hätte es gegeben, denn der geplante Standort lag in einem Landschaftsschutzgebiet.

"Wir werden nirgends hingehen, wo wir nicht willkommen sind", begründete Strotmann, warum er letztlich auch diesem Standort eine Absage erteilte und sich nun voll und ganz auf den Standort im Römerkastell konzentrieren will. Dort hat der Vermieter den Pachtvertrag jetzt auf weitere 15 Jahre verlängert. "Wir dürfen alles so planen und umbauen, wie wir wollen", freut sich der "Magic Lounge"-Betreiber auch darüber, dass er nun am bisherigen Standort mit nur einem Bruchteil der ursprünglich geplanten Bauinvestition auskommen werde.

Eigenes Ticket-Verkaufssystem und Tour durchs Ländle geplant

Mit den Erfahrungen des letzten Jahres hat er seinen Frieden gemacht: "Mittlerweile bin ich happy und erleichtert. Natürlich wäre es spannend gewesen, etwas Neues aufzubauen. Aber es wäre auch ein Risiko gewesen", erklärt er. Jetzt könne er sich "ganz entspannt" dem Umbau und weiteren Vorhaben widmen: Unter anderem plant der 47-Jährige zusammen mit einem Partner für sein Theater und andere Interessenten ein neues und vereinfachtes digitales Ticket-Verkaufssystem aufzuziehen. Zudem will er mit seiner Close-up-Magie nächstes Jahr auf eine kleine Baden-Württemberg-Tour gehen.

"Man soll niemals nie sagen", antwortet der Magier auf die Frage, ob er seinen Traum vom eigenen Theater nun für immer beerdigt habe. Würde sich einmal irgendwo eine günstige Gelegenheit ergeben, könne es durchaus sein, dass er die Pläne noch einmal aus der Schublade holt. "Aber dann muss es hundertprozentig passen", betont er, "wir werden keine halben Sachen machen."

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