Landkreis strebt weniger Tote und Verletze im Straßenverkehr an

  • img
    Seit Frühjahr an einer Bundesstraße im Einsatz für mehr Verkehrssicherheit: Der Landkreis-Blitzer bei Renningen Foto: Thomas Bischof

Artikel vom 16. September 2019 - 15:06

KREIS BÖBLINGEN (red). Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Das gilt auch für den Landkreis Böblingen. Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises unterstützt daher das Ziel der "Vision Zero", die Idee eines Straßenverkehrs ohne Getöte und Schwerverletzte.

Immer wieder ist in den Zeitungen von schweren Unfälle zu lesen, die durch Geschwindigkeitsüberschreitungen verursacht werden. Bundesweite Statistiken zeigen auf, dass überhöhte Geschwindigkeiten nach wie vor eine der Hauptunfallursachen sind, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Mit derzeit elf hauptamtlichen Mitarbeitern in der Verkehrsüberwachung und 25 Mitarbeitern auf geringfügiger Basis führt der Landkreis Böblingen deshalb Geschwindigkeitsmessungen durch.

Dadurch und mit der konsequenten Ahndung von Geschwindigkeitsverstößen sollen vor allem schwächere Verkehrsteilnehmer geschützt und alle Verkehrsteilnehmer zu angepassten Geschwindigkeiten angehalten werden, heißt es weiter.

Neuland betritt der Landkreis Böblingen beim Thema "stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen". Erst vor einigen Wochen wurde eine solche Anlage an der B 295 auf Höhe des Wohngebietes "Kindelberg" bei Renningen in Betrieb genommen und damit ein neues Kapitel in der Verkehrsüberwachung aufgeschlagen.

Wichtig ist dem Landkreis Böblingen, mit dieser ersten Anlage zu zeigen, dass sich Geschwindigkeitsverstöße auch an Bundes-/Landes- und Kreisstraßen außerorts deutlich reduzieren lassen und dadurch potentielle Gefahrenstellen entschärft werden können. Falls sich der Betrieb der Anlage dauerhaft bewährt, ist die Installation weiterer Anlagen möglich.

3500 Blitzer-Bilder in zwei Wochen

"Die bisherigen Zahlen an der Messanlage haben uns doch überrascht", sagt der Leiter des zuständigen Amtes für Straßenverkehr und Ordnung, Thomas Beierl. Bereits in den ersten beiden Wochen habe die Anlage über 3500 Bilder angefertigt, die allermeisten davon seien verwertbar. "Damit wurden unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen. Im positiven Sinne gedacht, zeigt sich dadurch, dass wir die Anlage an der richtigen Stelle platziert haben. Andererseits verdeutlicht die hohe Anzahl an Bildern leider auch, wie gering die Akzeptanz von verkehrsregelnden Maßnahmen bei vielen Verkehrsteilnehmern ist." In den meisten Fällen sei die Anzahl der Geschwindigkeitsverstöße stark rückläufig an solchen Stellen, die regelmäßig überwacht werden.

Wie wichtig die Arbeit der Straßenverkehrsbehörde in Zusammenarbeit mit der Polizei, den Straßenmeistereien und der Verkehrsüberwachung ist, zeigt laut Landratsamt unter anderem die Arbeit in der Unfallkommission. Hier werden einmal jährlich Unfallhäufungsstellen in der Zuständigkeit des Landkreises Böblingen besprochen. Ziel ist es, Maßnahmen zu finden, wie in Zukunft dort Unfälle vermieden und das Risiko für Unfälle reduziert werden kann.

Auf diese Weise habe sich das Unfallgeschehen an verschiedenen Stellen im Kreis zum Teil deutlich verbessert. So wurde auf Beschluss der Unfallkommission die Geschwindigkeit an der Kreuzung zwischen Holzgerlingen, Schönaich und Breitenstein aus den beiden Hauptrichtungen auf 50 km/h reduziert. Zusätzlich wurden Tafeln aufgestellt, die die Verkehrsteilnehmer auf die dort erhöhte Unfallgefahr aufmerksam machen. In Kombination mit verstärkt durchgeführten, mobilen Geschwindigkeitsüberwachungen seien diese Maßnahmen erfolgreich gewesen. "Die Unfalllage hat sich nach aktueller Auswertung der Polizei für das Jahr 2018 dort deutlich verbessert", schreibt das Landratsamt.

Auch in diesem Jahr hat die Unfallkommission wieder verschiedene Maßnahmen erörtert. Die rein verkehrsrechtlichen oder auch baulichen Möglichkeiten seien an einigen Unfallhäufungsstellen allerdings bereits nahezu ausgeschöpft. Aus diesem Grund wird an der B 464 in Fahrtrichtung Tübingen auf Höhe "Gunzbergweg" sowie an der Landesstraße aus Weil der Stadt/Merklingen in Fahrtrichtung Weil der Stadt/Hausen kurz vor der sogenannten "Heubergkurve" in Zukunft mittels großer Tafeln auf die erhöhte Unfallgefahr für Motorradfahrer mit plakativen Bildern hingewiesen.

Verwandte Artikel