Neues Infosystem: Per Mausklick durch Schönaich

Gemeinde führt digitales Informationssystem ein

Artikel vom 11. September 2019 - 19:20

Von Isabelle Zeiher

SCHÖNAICH. Den ein oder anderen Gang ins Schönaicher Rathaus können sich die Bürger des Ortes bald sparen. In der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt entschlossen sich die Räte für die Einführung eines Informationssystems, das über das Internet abrufbar ist. Ein sogenanntes "Bürger-GIS".

Welcher Schulweg ist der sicherste für mein Kind? Wo ist der nächste Supermarkt, Bäcker oder Blumenladen? Wie groß ist eigentlich mein Grundstück? Wie sieht Schönaich von oben aus? Bislang informierten sich die Einwohner bei solchen Fragen im Rathaus. Mit dem Bürger-GIS lassen sich die Daten von überall herunterladen. Damit sind solche Anfragen unabhängig von Bürozeiten möglich.

Das Büro Großkopf aus Gärtringen kümmert sich nun um die Anschaffung und später auch um die Pflege der Daten. Das Team aus Ingenieuren und Technikern richtete das System bereits in Holzgerlingen erfolgreich ein. Mit einem Pauschalangebot liegt der Kostenpunkt für die Gemeinde Schönaich bei 5355 Euro. Enthalten sind dabei unter anderem um die 130 Bebauungspläne, Bodenrichtwerte, Luftbilder und überörtliche Radwege.

Nicht nur die Schönaicher Bürger sollen von dem neuen Informationssystem profitieren. Bauherren und Architekten können sich beispielsweise den Plan zum Kanal- und Abwassernetz herunterladen, und Rathausmitarbeitern ist es möglich, auf noch mehr Daten zuzugreifen. Spätestens Ende des Jahres soll das Bürger-GIS verfügbar sein.

Kritik an der Homepage der Gemeinde Schönaich

Die jährlichen Kosten für die Programmpflege liegen ab dem nächsten Jahr bei 952 Euro. Benötigt die Gemeinde weitere Leistungen, beispielsweise 360-Grad-Aufnahmen, kommen zusätzliche Kosten hinzu. Das Geld lohne sich aber, sagt die Verwaltung. "Holzgerlingen berichtet von deutlich weniger Anfragen", sagte Ortsbaumeister Wolfram Sonntag, "und falls welche kommen, dann gezielter." Das entlaste die Rathausmitarbeiter - vor allem im Bauamt. "Wir wollen fortschrittlich sein, und die Kosten für das System sind überschaubar", fasst CDU-Gemeinderat Norbert Mezger zusammen. In der Ausschusssitzung vertrat er Bürgermeister Daniel Schamburek, der derzeit in den Flitterwochen weilt. Einen mahnenden Finger hoben die Ausschussräte aber, als es um den Zustand der aktuellen Internetseite der Gemeinde ging. Das "Aushängeschild" sei "absolut nicht gepflegt". Hier müsse mit Nachdruck an der Aktualisierung gearbeitet werden. "Wir können nicht immer mehr Geld für Neues ausgeben, wenn das Alte noch nicht funktioniert", sagte Alfred Haas (FDP/UWG).

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