Ausbildungsmarkt im Landkreis weiter unter Druck

Es kommen erneut etwas weniger Azubi-Verträge zustande - Industrie- und Handelskammer setzt Maßnahmenbündel dagegen

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    Effektives Format: Azubi-Speed-Dating

Artikel vom 10. September 2019 - 15:42

KREIS BÖBLINGEN (red). Zum Ausbildungsstart am 2. September verzeichnet die Böblinger IHK einen erneuten Rückgang an Ausbildungsverträgen im Landkreis Böblingen - 2,4 Prozent weniger als 2018. Insgesamt wurden 1152 Ausbildungsverträge geschlossen, dies entspricht einem Rückgang um 28 Verträge. "Die aktuellen Ausbildungszahlen zeigen nur eine Momentaufnahme", erklärt Andreas Hadler, Präsident der IHK-Bezirkskammer Böblingen. "Es ist bis zum Jahresende noch viel Bewegung im Ausbildungsmarkt. Der Trend ist aber bereits heute sichtbar: Der Rückgang an Ausbildungsverhältnissen wird uns in Zukunft begleiten."

Bereits seit einigen Jahren wird der Mangel an Nachwuchskräften in den Betrieben des Kreises zu einer immer größeren Herausforderung. Einerseits gibt es bedingt durch die demographische Entwicklung immer weniger Schulabgänger im Kreis, auf der anderen Seite haben sich die Berufswünsche immer stärker in Richtung akademischen Ausbildung verschoben.

Nach wie vor sind einzelne Branchen wie die Gastronomie und der Handel besonders stark betroffen. Darüber hinaus gibt es im Umfeld der Automobilbranche zusätzlich eine gewisse Zurückhaltung. beim Ausbildungsangebot. Auch setzen zahlreiche Betriebe derzeit bei der Ausbildung aus, da sie in den letzten Jahren schlicht niemanden gefunden haben. Angesicht dieser Probleme hätte der Rückgang weitaus stärker ausfallen können. "Ein Rückgang um mehr als 100 Stellen hätte uns nicht verwundert", ergänzt Hadler, "insofern sind wir mit einem blauen Auge davongekommen."

Mit zahlreichen Einzelmaßnahmen hat die Böblinger IHK bereits früh diesem Trend entgegengewirkt und unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen aktiv in Sachen Ausbildung. So warb die Bezirkskammer mit Erfolg an Schulen, bei Elternabenden, bei Ausbildungsmessen und nicht zuletzt auch bei Geflüchteten für die duale Ausbildung. Ergänzend sollen neue Formate und Zusatzqualifikationen verstärkt Abiturienten für eine Ausbildung gewinnen. Als erfolgreiche Aktion erwies sich das Lastminute-Azubi-Speeddating: Kurz vor Ausbildungsbeginn konnte die IHK-Bezirkskammer mit dieser Veranstaltung allein an einem Tag 20 Ausbildungsverträge zwischen Unternehmen und Schülern vermitteln. "Wir bohren hier dicke Bretter, sind aber froh, dass sich unsere Mühen auszahlen", so Hadler.

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