Ein Hilfsangebot für seelische Krisenphasen

Arbeitskreis Leben ist in der Suizidprävention aktiv

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    Margit Wagner

Artikel vom 10. September 2019 - 00:42

KREIS BÖBLINGEN/SINDELFINGEN (red). "Hand in Hand für Suizidprävention" - unter diesem Motto steht der diesjährige Welttag der Suizidprävention am heutigen 10. September. Jedes Jahr nehmen sich im Landkreis 25 bis 45 Menschen das Leben. Die am stärksten betroffene Altersgruppe ist dabei die der 50- bis 55-Jährigen. "Doch auch jüngere Menschen bis 25 Jahre sind stark gefährdet und liegen mit der Zahl der Selbsttötungsversuche erschreckend weit vorne. Es wird geschätzt, dass in dieser Altersgruppe das Verhältnis von vollendeter Selbsttötung zu Selbsttötungsversuch bei 1:25 liegt", so die Sindelfingerin Margit Wagner, die Vorsitzende des Arbeitskreises Leben (AKL) ist.

Weltweit sterben jedes Jahr 800 000 Menschen durch Suizid, deutschlandweit um die 10 000. Das heißt, dass in Deutschland mehr Menschen durch Suizid ums Leben kommen als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen. Die Zahl der Angehörigen und Freunde, die einen nahestehenden Menschen durch Selbsttötung verlieren, liegt hier bei 100 000.

"Diese Zahlen sollten eigentlich vermuten lassen, dass Suizidalität ein Thema ist, über das offen gesprochen wird. Doch noch immer handelt es sich um ein Tabuthema und die Problematik der Suizidalität wird weitgehend verdrängt", so Margit Wagner. Um das Thema mehr in die Öffentlichkeit zu rücken und zu betonen, dass Suizidprävention möglich ist, wurde 2003 von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der International Association for Suicide Prevention (IASP) der erste Welttag der Suizidprävention ausgerufen.

Die ehrenamtlichen Begleiter und Begleiterinnen des Arbeitskreises Leben Böblingen stehen Menschen bei, die durch schwierige Lebenssituationen belastet sind, oft bis hin zu dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Sie sind für Menschen in der Krise da, um sie aus der Ausweglosigkeit zu begleiten. Krisen müssen nicht alleine bewältigt werden. Das Angebot richtet sich ebenso an Angehörige in Sorge und an Hinterbliebene nach der Selbsttötung eines nahestehenden Menschen.

In einer Krise müssen Hilfsangebote niederschwellig und zeitnah verfügbar sein - und vor allen Dingen müssen sie bekannt sein. Seit über 30 Jahren gibt es den AKL Böblingen - dennoch ist die stetige Öffentlichkeitsarbeit zu den Angeboten des AKL eine Daueraufgabe der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Der Arbeitskreis Leben ist erreichbar über das Krisen-Telefon (0 70 31) 3 04 92 59 oder E-Mail akl-boeblingen@ak-leben.de.

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