Der Ehninger Künstler Jov T. Keisar ist immer noch auf dem Weg zu seiner Ausstellung in Untergröningen

Durchquerung der Donauebene bei 30 Grad

Artikel vom 02. September 2019 - 18:12

EHNINGEN (lad). In einem kleinen Dörfchen im Oberbayerischen hat er sich aussetzen lassen, der Ehninger Künstler Jov T. Keisar. Moorenweis, knapp 4000 Einwohner, bei Fürstenfeldbruck ist sein Startpunkt. Sein Ziel: Untergröningen bei Aalen. Dort startet Ende September eine Ausstellung unter seiner Beteiligung. Von Bayern aus ist er gerade dabei, im Rahmen eines Experiments, sich den Weg zur Ausstellung durchzufragen. 121 Kilometer zu Fuß ohne technische Hilfsmittel, nur durch Fragen. Gestaretet ist er bereits am vergangenen Mittwoch (wir haben berichtet).

Tag 3, Freitag: "Leider wieder viel zu sonnig", beschreibt der Wanderer sein größtes Problem. Oft läuft er an der Straße, Bäume und Schatten Fehlanzeige. Den Weg zu finden, das ist nicht das Problem. "Die beste Wegbeschreibung bisher erhalten. Dafür tagten die Seniorchefin einer Gastwirtschaft und zwei Gäste, darunter ein Jagdpächter aus der Gegend, zehn Minuten", erzählt Keisar. Auf der bisherigen Reise über- und unterquerte er: Lech, B 17, Wertach, B 300, Bahnstrecke Augsburg-Ulm, A8.

"Langsam kann ich für recaptcha arbeiten", witzelt der Künstler am Ende seines Berichts, den er täglich auf Instagram unter jov_t.keisar präsentiert. Gemeint sind Verfahren im Internet, bei denen die Benutzer auf Fotos Dinge erkennen müssen und damit beweisen, dass sie kein Roboter sind. In Keisars Fall: "Klicken Sie alle Bilder an, auf denen ein Maisfeld zu sehen ist."

Tag 4, Samstag: Start in Welden (nordwestlich von Augsburg) in aller Frühe um der Hitze zu entgehen. "Ich bin inzwischen in einer Gegend mit gutem Radwegenetz angekommen, so dass mir inzwischen häufig Radwege erklärt werden", berichtet Keisar. "Was nicht heißt, dass diese unbedingt mehr Schatten bieten." Der Weg führte nach Zusamzell, "wo ich eine kompetente Doppelberatung bekam, also den Weg einmal erklärt bekam, bevor er sich noch einmal komplett umentschied und mich nach Fultenbach schickte."

Die bisher anstrengendste Strecke war für ihn die Durchquerung der Donauebene bei 30 Grad, ohne eine Wolke am Himmel. Acht Kilometer annähernd schnurgerade und topfeben. "Dadurch konnte man das Ortsschild zwei Kilometer beim Nicht-Näherkommen beobachten. Der erste schattige Platz am Rande der Donau rettete mich. Ich war weit und breit der einzige der diese Strecke lief, zahllose Radelnde und Rollerblader zogen an mir vorbei und man sah ihnen an, dass sie froh waren nicht zu Fuß unterwegs zu sein." Trotzdem schaffte er 22 Kilometer.

Tag 5, Sonntag: Tag der Richtungswechsel. Häufig formulieren die Wegerklärer dem Wegsuchenden Fernziele an die sie denken, wenn sie den Weg erklären. "Heute hatte ich einen dreimaligen Grundrichtungswechsel. Der Erste schickte mich von Dillingen nach Lauingen (westwärts), weil er mich Richtung Heidenheim gehen sehen wollte", erzählt Keisar. "Die zweiten wollten mich in Giengen sehen und schickten mich nach Wittislingen (nordwestwärts). Der dritte meinte, da gehst jetzt noch einen Kilometer, dann kommt da ein Radweg, der führt dich direkt nach Aalen."

Letztlich fand er den Weg nach Neresheim und damit nach Baden-Württemberg. Am Ende des Tages betrug die Entfernung nach Untergröningen noch 37 Kilometer von ehemals 121 Kilometern. Fortsetzung folgt.

Verwandte Artikel