Geballtes Wissen rund um die Natur

Ehrenamtlicher Naturschutzdienst traf sich zur Jahrestagung - Besichtigung einer Waldweide - Wespen- und Hornissenberater gesucht

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    Wespen sind genauso wie Hornissen keine Schädlinge. Der Naturschutzdienst berät, wenn die Tiere im Garten ein Nest gebaut haben Foto: red

Vor Kurzem fand die jährliche Tagung des ehrenamtlichen Naturschutzdienstes im Landkreis für das Jahr 2019 statt. Zu dessen Aufgaben zählt auch die Beratung über Wespen- und Hornissen. Hierfür werden noch ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht.

Artikel vom 20. August 2019 - 14:54

KREIS BÖBLINGEN (red). "Wir haben drei Naturschutzbeauftragte und etwa 80 Mitglieder des ehrenamtlichen Naturschutzdienstes bei uns im Landkreis Böblingen", hob der stellvertretende Landrat Martin Wuttke im Rahmen seiner Begrüßung hervor. "Sie alle stehen dem Landkreis ehrenamtlich mit ihrem Wissen um die Natur und Landschaft zur Seite. Dafür gebührt ihnen großer Respekt und unser herzlicher Dank."

Die Naturschutzbehörden setzen zu ihrer Unterstützung geeignete Personen ehrenamtlich für den Naturschutzdienst ein. Sie wirken als Multiplikatoren, indem sie Informationen zur Natur an Interessierte weitergeben oder auch, indem sie die Behörde über nachteilige Veränderungen in Natur und Landschaft zu informieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Wir beraten beispielsweise seit vielen Jahren Bürger, die Wespen oder Hornissen auf dem eigenen Grundstück haben", so Yvonne Bäuerle, Leiterin des Amts für Landwirtschaft und Naturschutz. "Diese nützlichen Tiere werden häufig aus Unwissenheit oder Angst getötet. Mit Hilfe einer fachkundigen Beratung können Wespen- und Hornissennester aber in den meisten Fällen vor Ort verbleiben." Wenn nicht, werde gemeinsam eine Lösung erarbeitet. "Ohne die Unterstützung unserer Ehrenamtlichen könnte dieses Angebot nicht aufrechterhalten werden", so Bäuerle. Der Naturschutzdienst ist daher ständig auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern (Siehe Info).

Im Rahmen der Tagung wurde auch die neue Waldweide am Mönchberger Sattel besichtigt. Dort grasen in einer im letzten Winter aufgelichteten Waldfläche fünf Galloway-Rinder. Durch die Beweidung soll langfristig ein lichter Wald entstehen, in dem sich Tier- und Pflanzenarten ansiedeln werden, die auch in den Streuobstgebieten des Schönbuchhangs zuhause sind.

Vögel wie Baumpieper, Grauspecht, Wiedehopf und Kuckuck, aber auch Insekten, Fledermäuse, Amphibien und Reptilien profitierten dann von den offenen Strukturen der Waldweide. Forst- und Naturschutzbehörde werden das Projekt begleiten und die Entwicklung der Fläche beobachten. "Es ist naturschutzfachlich ein wichtiges Ziel, solche Sonderlebensräume zu schaffen", betonte Martin Wuttke. "Mit der Waldweide erhöhen wir die Artenvielfalt im Wald", versicherte er.

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