Von Bollywood über Kampfkunst bis Taschennähen

Interkulturelle Kultur- und Sporttage am Lise-Meitner-Gymnasium in Böblingen - Schüler können sich kreativ austoben

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    Mit dem Bauchtanz lernen die Schüler indische Kultur kennen Foto: red

Artikel vom 09. August 2019 - 16:30

BÖBLINGEN (red). "Eine Reise um die Welt" - unter diesem Motto standen die diesjährigen Projekttage am Lise-Meitner-Gymnasium (LMG) in Böblingen, an denen sowohl Schüler und Lehrer, als auch zahlreiche engagierte Eltern und externe Kräfte beteiligt waren. Zuletzt bekamen dann die Klassenstufen 5 bis 10 die Möglichkeit, sich entweder unter einem kulturellen oder einem sportlichen Aspekt mit unterschiedlichsten Nationen und Kulturen auseinanderzusetzen. Kurze Videoclips, die über die Ferien zu einem 45-minütigen Gesamtfilm zusammengesetzt werden, erzählen von den vielfältigen Erlebnissen.

Bereits Wochen vor dem eigentlichen Ereignis hatten die "Kulturstarter", eine speziell ausgebildete Schülergruppe des LMGs, unter der Leitung von Koordinatorin Stefanie Dräger-Spence 25 verschiedene Workshops organisiert. Im Anschluss daran wurden die Schüler ihren Wünschen entsprechend in die jeweiligen Gruppen eingeteilt, die an dem Gymnasium selbst, aber zum Teil auch außerhalb stattfanden.

Die Vielfalt der Angebote reichte von Ballett über Kampfkunst und Theater zu Yoga oder Samba Batucada, von russischen Kinderliedern zu französischer Lebenskunst. Es wurde sogar eine Kriminalgeschichte im Böblinger Fleischermuseum inszeniert und gefilmt. "Hinter den Workshops verbarg sich nicht immer das, was zunächst vermutet wurde", schreibt die Schule, "ein Architektur-Workshop hört sich im ersten Moment vielleicht eher theoretisch und trocken an, aber es gab den Schülern tatsächlich die Möglichkeit, aktiv Räumlichkeiten der Schule umzugestalten und sogar einige Modell-Konstruktionen aus Holz zu erstellen." Des Weiteren diente beispielsweise der Netflix-Workshop nicht nur dazu, Serien und Filme anzuschauen, sondern er befasste sich vielmehr mit der Rolle, die jederzeit abrufbare Serienportale auf die heutige Gesellschaft haben.

All denen, die sich trotz der Hitze sportlich beteiligen wollten, wurde die Gelegenheit dazu geboten. Beispielsweise kombinierte der Bollywood-Workshop den Ausflug in die indische Kultur mit dem Einstudieren einer Choreografie, und die Teilnehmer beim Baseball-Angebot konnten einen authentischen Einblick in diese amerikanische, hierzulande eher weniger populäre Sportart gewinnen.

"Auch wenn sich durch die extreme Hitze recht schnell eine allgemeine Erschöpfung einstellte, war sowohl in praktischer als auch in künstlerischer Hinsicht ein klarer Prozess zu erkennen", berichten die Organisatoren. Das habe sich beispielsweise daran gezeigt, dass in handwerklichen Workshops, wie etwa dem "Nähen von Taschen im Aborigine-Stil" schon bald ansehnlichen Ergebnisse zu bewundern waren.

Auch die immer besser werdende Kommunikation und Teamfähigkeit innerhalb der Gruppen spreche für den Erfolg des Konzepts. Obwohl zu Beginn nicht jeder hundertprozentig mit der Einteilung in die Workshops zufrieden war, konnten diese anfänglichen Schwierigkeiten recht bald überwunden werden, so die Schule. Die eineinhalb Projekttage hätten die Teilnehmer nicht nur in eine andere Kultur entführt, sondern auch eine andere Art des Lernens gefördert, die geprägt war von Freude am Ausprobieren, Kameradschaftlichkeit und Engagement über alle Altersstufen hinweg.

Präsentation in Vollversammlung

Ein paar der fertigen Ergebnisse wurden "live" im Rahmen der Schülervollversammlung am Ende des zweiten Projekttages gezeigt - bei Tanz und Zirkusakrobatik klangen die Tage aus. "Die Projekttage waren trotz der Herausforderung durch das hochsommerliche Wetter ein runder Abschluss", sagen die Verantwortlichen, "wir sehen weiteren Aktionen dieser Art in den nächsten Jahren gespannt entgegensehen."

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