Motorische Fähigkeiten der Kinder fördern

Pilotprojekt Bewegungspass: Gesundheitsamt im Kreis Böblingen möchte mit dieser Initiative Fachkräfte und Eltern unterstützen

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    kindgerechte Übung mit Ringen, um einen Bewegungsrhythmus zu bekommen KRZ-Foto:

Artikel vom 09. August 2019 - 15:42

KREIS BÖBLINGEN (red). Kinder besitzen einen natürlichen Bewegungsdrang. "Doch durch den frühen Einzug von digitalen Medien in die Kinderzimmer, Ängste der Eltern oder neue Formen der Mobilität wird dieser immer mehr unterbunden", weiß Heidi Kalmbach-Heinz, die Leiterin des Gesundheitsamtes im Kreis Böblingen. Dabei sei ausreichend Bewegung im Alltag für die gesunde Entwicklung von Kindern enorm wichtig. "Die Daten der Einschulungsuntersuchungen im Landkreis zeigen, dass jedes fünfte Kind motorisch auffällig ist und einfache Bewegungsaufgaben wie beispielsweise einbeiniges Hüpfen nicht altersgerecht ausführen kann."

Nun nimmt der Landkreis Böblingen an einem Pilotprojekt teil: dem Bewegungspass. Ziel ist es, durch einen systematischen und strukturellen Ansatz die frühkindliche Motorik zu fördern. Kinder zwischen zwei und sieben Jahren bekommen durch eine spielerische Herangehensweise die motorischen Basisfertigkeiten vermittelt und erfahren Freude an der Bewegung. Das Übungs-Repertoire deckt unterschiedliche Bewegungsformen, zum Beispiel Springen, Klettern oder Balancieren, mit jeweils unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad ab. Für jede gemeisterte Übung erhält jedes Kind einen Sticker, der in den Pass eingeklebt wird. Bei einem vollen Stickerheft erhalten die Kinder eine Überraschung. Dieses Prinzip soll den Kindern helfen eine positive Einstellung zu ihrem Körper zu entwickeln. "Gemeinsam können sie neue Erfahrungen sammeln und Gefühle wie Freude, Spaß oder Erfolg erleben und teilen", sagt Kalmbach-Heinz, "auf diesem Weg werden das soziale Miteinander gestärkt und neue Freundschaften geknüpft." Darüber hinaus seien Kinder, die sich viel bewegen, ausgeglichener und leistungsfähiger. Das Gesundheitsamt möchte mit dieser Initiative die gesunde Entwicklung aller Kinder im Landkreis unterstützen. Der Bewegungspass soll allen Fachkräften und Eltern als Orientierungshilfe dienen, um die Bewegung der Kinder zu fördern. "Kindertagesstätten, Vereine und auch Schulen spielen hier eine entscheidende Rolle, da entsprechende Angebote direkt vor Ort in den Alltag integriert werden können", sagt die Leiterin. Die entsprechenden Fachkräfte werden durch zertifizierte Multiplikatoren geschult und können so das Programm eigenständig in ihrer Einrichtung umsetzen.

Ende September starten die Fortbildungskurs im Kreis Böblingen

Durch den Bewegungspass können neue Kooperationen zwischen Institutionen und Vereinen angeregt und gebildet werden. Der Start der ersten Zertifizierungsfortbildungen für Fachkräfte ist im Landkreis Böblingen ist auf Ende September geplant. Der Bewegungspass wurde durch das Amt für Sport und Bewegung der Landeshauptstadt Stuttgart entwickelt. Nach erfolgreicher Erprobung im Stadtgebiet soll dieser nun landesweit umgesetzt werden. Der Landkreis Böblingen ist Teil dieses Pilotvorhabens. Die AOK Stuttgart-Böblingen ist Partner des Bewegungspasses im Landkreis Böblingen.

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