Von Kartoffeln, Molchen und Kräutern

Garten der Heuss-Werkrealschule Böblingen bekommt eine Auszeichnung vom Ministerium

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    Lehrerin Karin Brinker (links) zeigt Heidemarie Hübinger vom RP den Schulgarten Foto: red

Artikel vom 24. Juli 2019 - 16:12

BÖBLINGEN (red). Im Jahr 2014 haben einige eifrige Lehrer und Schüler den Garten der Theodor-Heuss-Werkrealschule reaktiviert - mit neuem Zaun, mehreren Beeten sowie Kompost und Teich. Mit dem Schulgarten verfolgen die Pädagogen das Ziel, unterschiedliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere erfahrbar zu machen. Inzwischen ist der Garten auf mehr als die doppelte Fläche angewachsen. Kräuter und Gemüse bereichern die Schulküche und werden für den Weihnachtsmarkt verarbeitet. Zwei Beete werden von Klassen betreut.

Angefangen mit der Teilnahme an "Kids an die Knolle" gedeihen seit Jahren Kartoffeln. Im Färberbeet wachsen Pflanzen, um daraus Farben für den Kunstunterricht zu gewinnen. Im Vogelfutterbeet beobachten die Schüler hautnah, wie aus einzelnen sortierten Körnern wieder Vogelfutter wird. Im Teich leben Molche und ein Frosch. Auch Mäuse und Vögel genießen den Garten in der unterrichtsfreien Zeit. Daneben bietet der Garten mit seinen Blumenbeeten und blühenden Stauden Lebensraum für viele Insekten und Schmetterlinge.

Schulgärten als wichtige Lehr-, Lern- und Naturerfahrungsorte

Zuletzt hat sich das Garten-Team bei der Schulgarteninitiative "Gärtnern macht Schule" angemeldet. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie das Regierungspräsidium Stuttgart wollen damit gemeinsam die Arbeit in Schulgärten fördern. Prompt bekam die Theodor-Heuss-Schule Besuch. Die Gartenkommission des Wettbewerbs inspizierte den Schulgarten und war angetan: Tannenbaumspitzen als Erbsenranken, die Pflanzenvielfalt, der neu angelegte Schulbauhof zum Sammeln von Gartenbaumaterial - die die verantwortliche Lehrerin und Kräuterpädagogin Karin Brinker führte Heidemarie Hübinger vom Regierungspräsidium herum - mit Erfolg.

"Schulgärten sind wichtige Lehr-, Lern- und Naturerfahrungsorte", sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk bei der Preisverleihung in Stuttgart, "wir freuen uns, dass wir diesmal 136 Schulgärten im Land auszeichnen können." Alle teilnehmenden Schulen erhalten Preisen in verschiedenen Stufen. Die Theodor-Heuss-Werkrealschule wurde als eine von 27 Schulen der höchsten Stufe zugeordnet. Sie erhält damit einen Geldpreis über 300 Euro, eine Urkunde sowie eine Zertifizierungsplakette. Zudem hat jede Schule Tipps von der fachkundigen Bewertungskommission bekommen.

Durch den geplanten Neubau der Schulen im Stockbrünnele ist die Zukunft des Schulgartens allerdings ungewiss. "Trotzdem gärtnern wir weiter", sagen die Schüler, "bis der Bagger kommt."

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