Die Fernwärme in Böblingen soll ökologischer werden

Stadtwerke Böblingen und TU Dresden bilden Forschungsteam - Das Ziel ist ein Masterplan - Bund schießt 1,5 Millionen Euro zu

  • img
    Leitungen im Bereich des Wärmetauschers KRZ-Foto:

Energie und CO einsparen, damit die kommende Generation auch eine lebenswerte Welt vorfindet - diese Verantwortung würden die Stadtwerke ernst nehmen, sagt Oberbürgermeister Stefan Belz. Dafür bildeten sie nun mit der TU Dresden ein Forschungsteam, das die Fernwärme optimieren soll.

Artikel vom 13. Juni 2019 - 13:30

BÖBLINGEN (red). Die Stadtwerke Böblingen (SWBB) arbeiten an einem Masterplan für den Fernwärmeausbau. Dafür haben sie sich die TU Dresden als Partner mit ins Boot geholt. Das gemeinsame Forschungsprojekt ist auf drei Jahre angelegt und wird mit bis zu 1,5 Millionen Euro gefördert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie attestiert den Plänen laut Pressemitteilung eine nationale Vorbildwirkung. "Fernwärme ist der Schlüssel zur Energiewende. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir zusammen mit der TU Dresden drei Jahre lang an diesem zukunftsfähigen System forschen dürfen", sagt Alfred Kappenstein, Geschäftsführer der Stadtwerke Böblingen.

Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz, der dem SWBB-Aufsichtsrat vorsitzt, ist sicher, dass das Forschungsprojekt richtungsweisend nicht nur für die Stadt, sondern für die ganze Energiebranche ist. "Wir müssen Energie und CO sparen, wenn wir für die kommenden Generationen eine lebenswerte Welt erhalten wollen. Die Stadtwerke nehmen diese Verantwortung ernst und setzen die Energiewende vor Ort weiter um", sagt Belz, "wir hier in der Stadt Böblingen haben gemeinsam das Potenzial, Herausforderungen der Zukunft zu meistern, große Projekte zum Erfolg zu bringen und Vorbild für andere Städte zu sein."

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Nach der Bestandsaufnahme wird das Wärmesystem im Detail betrachtet - von den Anlagen über Netze, Zähler und Kundenstationen bis hin zu Betriebsparametern. Auch die Erzeugung, Beschaffung und Speicherung von Wärme wird näher untersucht und Optimierungsmöglichkeiten werden ermittelt. Berücksichtigt wird auch die Frage, wie eine breite Akzeptanz für den Ausbau des Fernwärmesystems geschaffen werden kann. Aus all diesen Ergebnissen folgt der Masterplan, der die Strategie für die Zukunft vorgibt, schreiben die Stadtwerke.

"Die Stadtwerke haben Großes vor - sowohl im Ausbau als auch in den Bestandsanlagen", sagt Clemens Felsmann, Professor für Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung von der TU Dresden, "die Stadtwerke stellen sich dieser Mammutaufgabe. Wir freuen uns, dass wir an solch einem Projekt teilhaben dürfen, um das System aus Kraft-Wärme-Kopplung und Fernwärme für die Zukunft weiter zu entwickeln."

Vom Projekt erwarten sich die Stadtwerke Böblingen wichtige Impulse für ein umweltschonendes Energiemanagement sowie für Effizienzgewinne und Einsparungspotenziale. Ein weiteres Ziel: Die umweltschonende Fernwärme gegenüber konventionellen Wärmeerzeugungsarten noch wettbewerbsfähiger zu machen. Das Vorhaben wird über das 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung "Innovationen für die Energiewende" gefördert. Koordiniert wird es vom Projektträger Jülich, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Weitere Informationen zum Förderprogramm gibt es unter: http://www.krzbb.de/energie

Verwandte Artikel