Tonnenweise verunreinigte Erde im Schönaicher Gewerbegebiet

Boden, der zur Geländemodellierung verwendet worden ist, war verseucht - Gemeinde: Keine Gefahr für die Bevölkerung

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    Mindestens 10 000 qm² sind nach derzeitigem Stand von der Verunreinigung betroffen F: isa

Artikel vom 11. Juni 2019 - 20:00

SCHÖNAICH (red/mis). Im Gewerbegebiet Lange Betten Ost I, östlich der Carl-Zeiss-Straße, ist verunreinigter Boden eingebaut worden. Das haben Messungen ergeben. Ein umfangreicher Austausch des Bodens steht nun bevor.

Laut einer Pressemitteilung der Verwaltung ist die Erde mit leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW) verschmutzt - ein Reinigungsmittel, das gewebeverändernd, nervenschädigend und krebserregend wirken kann. Von einer Gefährdung für die Bevölkerung geht man im Rathaus jedoch nicht aus: "Im vorliegenden Fall", heißt es in der Pressemitteilung weiter, "bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Gesundheit". LHKW wirke nur, wenn Menschen sich mehrere Jahre dauerhaft an einem stark verschmutzten Ort aufhielten. Auch das Grundwasser ist laut Gemeinde nicht betroffen.

Die verschmutzte Erde wurde vor rund vier Jahren zur Erschließung des Gewerbegebiets angeliefert. Ein Erdbauunternehmen fuhr damals zur Begradigung des Geländes zusätzliches Bodenmaterial an. Dabei handelte es sich um 81 000 Tonnen Erde, die von 24 Stellen stammte und mittels 3200 Lkw-Ladungen angefahren wurde. "Wie es üblich ist, lag zu jeder Lieferung des Bodens ein Gutachten des Auftragnehmers vor", schreibt die Gemeinde. Diese Belege seien damals auch geprüft worden. Wie es zu den falschen Gutachten gekommen sei, werde

Die Erdfirma hat die Verantwortung übernommen

zurzeit mit dem betroffenen Unternehmen geklärt. "Wir befinden uns mit der Firma in guten und konstruktiven Gesprächen", heißt es. Das Unternehmen habe die Verantwortung für den Vorfall übernommen und befinde sich gerade in Gesprächen mit seiner Versicherung.

Aufgedeckt wurden die Verunreinigungen vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASR). Bevor dieser sein Gebäude erstellen wollte, wurde dort - wie üblich - noch einmal eine Bodenprobe entnommen. Als der ASR im vergangenen Herbst die Gemeinde von den Befunden informierte, sei das Umfeld untersucht worden. Die Dimension der Verschmutzung habe sich erst ergeben, als das gesamte Gebiet analysiert worden sei.

Da die angelieferte Erde von Planierraupen verteilt worden ist, wurde das belastete Material über größere Flächen verbreitet. Die Gemeinde kündigt an, dass die belasteten Teile des Bodens nun ausgetauscht werden. Mit ersten Arbeiten wurde bereits begonnen. Die Verwaltung rechnet damit, dass der Bodenaustausch Ende August abgeschlossen ist. Ob das gesamte Gewerbegebiet betroffen ist, hänge noch von letzten Untersuchungen ab. Nach derzeitigem Stand seien mindestens 10 000 Quadratmeter betroffen.

Bisher ist das betroffene Areal noch nicht genutzt. Lediglich eine Firma hat laut Gemeinde mit der Bebauung begonnen.

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