Wohnungen für die Schwalben

IB-Schule auf dem Flugfeld erhält Auszeichnung "Schwalbenfreundliches Haus"

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    Junge Schwalben im Pferdestall des Reiterhof KRZ-Foto:

Das leise schwätzende Gezwitscher von

Mehlschwalben erklingt nun bereits seit sechs Jahren unterm Dach der IB Beruflichen Schulen in Böblingen. Vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gab es hierfür jetzt eine Auszeichnung.

Artikel vom 31. Mai 2019 - 11:24

BÖBLINGEN (red). Seit elf Jahren weist der Nabu mit dem Projekt "Schwalbenfreundliches Haus" auf die Nöte der Schwalben in Baden-Württemberg hin. Dort nisten die Vögel in eigenen Naturnestern. Das Baumaterial finden die flinken Flugkünstler laut Pressemitteilung des Nabu ganz in der Nähe, auf dem Flugfeld am Langen See, wo sie auch Insekten jagen.

Doch die Vögel werden immer seltener, wie die jüngste bundesweite Nabu-Zählaktion im Rahmen der "Stunde der Gartenvögel" bestätige. Im Vergleich zum Vorjahr haben sie erneut um neun Prozent verloren. Sie brauchen mehr Hilfe und Akzeptanz, die sie bei IB-Schulleiterin Rebecca Barensteiner und ihrem Team auch erhielten.

"Ich freue mich jedes Jahr über die Flugkünstler an unserer Schule, und auch unsere Schülerinnen und Schüler erwarten im Frühjahr gespannt die Rückkehr der Insektenjäger", sagt die schwalbenfreundliche Rektorin.

Als Dankeschön überreichte die Böblinger Grünen-Landtagsabgeordnete gemeinsam mit dem Nabu-Landeschef Johannes Enssle die Plakette zum "Schwalbenfreundlichen Haus", die gleich neben dem Eingang einen Ehrenplatz erhält. Im Gepäck dabei hatten beide zwei gezimmerte Schwalbennester: "Wohnraum ist auch bei den Schwalben stets knapp - nicht nur im Großraum Stuttgart", sagte Walker.

Der Nabu hat ihm Rahmen seines Projekts "Schwalbenfreundliches Haus" allein in Baden-Württemberg bereits 1500 Gebäude in allen Landesteilen ausgezeichnet, darunter auch viele Privathäuser. Damit will die Organisation auf die Not der Schwalben aufmerksam machen, deren Bestände sich seit Jahren im Sinkflug befinden. Nach den Zählungen zur "Stunde der Gartenvögel" hat sich ihr Bestand im Land von 2006 bis 2018 halbiert.

Gründe dafür sind laut Nabu der Mangel an geeignetem Baumaterial, Nistplätzen und Nahrung. "Unsere Landschaften und Orte sind zu steril, es fehlt an Lehmpfützen, Insekten und Toleranz für die Gebäudebrüter", fasst Enssle zusammen. Noch sei es nicht zu spät, den Schwalben wieder Aufwind zu verschaffen - etwa indem man ihre Wohnungsnot beseitige und den Nestbau am eigenen Haus zulasse oder mit einem künstlichen Nest nachhilft.

Große Sorgen macht sich der Nabu über den Schwund an geeigneten Überwinterungsgebieten. Beispielsweise werden in Zentralafrika große Sumpfgebiete trockengelegt und so für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Damit verschwinden jedoch Nahrungs- und Schlafplätze für die Mehl- und Rauchschwalben, heißt es.

Weitere Infos unter http://www.NABUBW.de/schwalbenfreundlicheshaus

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