Viel los beim Karrieretag in der Motorworld - Fotogalerie

Zahlreiche Firmen präsentieren sich beim Karrieretag in der Legendenhalle der Motorworld auf dem Böblinger Flugfeld

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Die Legendenhalle der Böblinger Motorworld auf dem Flugfeld ist proppenvoll. Jobsuchende eilen eifrig umher, die Bewerbungsmappen griffbereit in der Hand. Sie hangeln sich von Stand zu Stand mit Zwischenstopps beim Bewerbungsmappen-Check, beim Coaching und den Bewerbungsfotos.

Artikel vom 19. Mai 2019 - 19:48

Von Chiara Sterk

BÖBLINGEN. Ob Berufseinsteiger, mitten in der beruflichen Umorientierung oder auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz - alle waren sie richtig auf dem Karrieretag des Online-Jobportals Kalaydo auf dem Böblinger Flugfeld. Zum zweiten Mal fand der nun schon an Ort und Stelle statt. "Wir sind diesmal mit 48 Ständen restlos ausverkauft," verrät Organisatorin Daniela Luesgens von Kalaydo. Die Aussteller kommen alle aus dem Großraum Stuttgart. Vom Fleischerbetrieb Schneider über den Radiosender Energy, der Agentur für Arbeit, der Firma Hörmann bis hin zu IT-Firmen wie Formel D oder der Stadt Stuttgart. "Diese Breite an Unternehmen ist echt klasse", findet die Cheforganisatorin.

 

Raumfahrt-Fans unter sich: Am Stand der Firma Moog bekam der Böblinger Oberbürgermeister Stefan Belz große Augen. Dort erklärte Andreas Noll, was sein Arbeitgeber mit Hauptsitz im US-Bundesstaat New York eigentlich so treibt: "Wir sind spezialisiert auf elektrische Steuerungen. Unter anderem war unsere Technik auch in einer Ariane-11-Trägerrakete verbaut." Der promovierte Luft- und Raumfahrttechniker Belz war da natürlich gleich ganz Ohr.

 

Glückstreffer: Eigentlich war sie wegen eines Praktikums auf die Karriere-Messe am Flugfeld in Böblingen gekommen. Doch dann fand sie auch noch einen Nebenjob: "Ich habe ursprünglich nur einen Praktikumsplatz gesucht", erzählt Gülin Cicek. Mit zwei vielversprechenden Arbeitgebern habe sie sprechen können, so die Studentin. Und freut sich hergekommen zu sein: "Die hatten zwar beide keine Praktika ausgeschrieben - aber sich gefreut, dass ich Ihnen meine Unterlagen zuschicken möchte." Das liege bestimmt am persönlichen Kontakt, ist sich Gülin sicher.

 

Jung und Alt vertreten: Die meisten Besucher haben die Schule längst hinter sich. Aber die beiden frischgebackenen Abiturientinnen Alena Gerweck und Elina Kessler sind auf der Messe. "Wir wollten unsere Zeit nach dem Abi nutzen und uns mal informieren", erzählt Alena Gerweck. Dafür sind die beiden sogar aus Bruchsal nach Böblingen gekommen. Ob sie fündig geworden sind? "Zwei, drei Sachen fand ich interessant", meint Alena Gerweck. Elina Kessler sucht weiter: "Meins war nicht dabei."

 

Fachkräftemangel spürbar: "Wir hatten gehofft, Azubis für das Fleischerei-Handwerk zu finden", so Ceylan Memeti von der Metzgerei Schneider aus dem Reutlinger Raum. "Metzger ist leider ein aussterbender Beruf, dabei ist er so wichtig", bedauert sie. Aber immerhin haben sich einige für ausgeschriebene Stellen im Verkauf interessiert, freut sie sich. An Fachkräften mangelt es auch der Stadt Stuttgart: Von Bade- über Hausmeister, über Ärzte bis hin zu Totengräbern. "Wir brauchen sie alle", so Erika Rosin von der Stadt Stuttgart.

 

Böblinger Vertreter: Ulrich Baisch vertritt die Bundespolizei. Ein Heimspiel sozusagen für den Böblinger, der sonst in der Wildermuth-Kaserne unweit des Flugfelds arbeitet. Baisch war begeistert von den vielen Interessenten für den Job des Polizisten: "Viele Junge waren bei mir am Stand, aber auch viele Ältere, die umsatteln möchten", erzählt der Beamte. Und auch die Firma Engineering People (EP) aus Böblingen hatte es nicht weit, ihr Sitz liegt gerade mal 500 Meter vom Flugfeld entfernt. "Ich habe so viele tolle und interessante Gespräche führen dürfen", freut sich Athanasias Kosmas von EP. "Von Absolventen über erfahrene Interessenten bis zu Berufswechslern sind alle heute hier bei uns vorbeigekommen." Das sagt auch der Stapel an Bewerbungsunterlagen, die bei ihm auf dem Tisch liegen. "Viele haben ihre Mappen gleich dagelassen oder sich in einen Verteiler eingetragen, sodass wir sie wir dann im Anschluss kontaktieren können", erklärt Kosmas. Er schätzt vor allem die familiäre Atmosphäre.

 

Beruflicher Neuanfang: Sich umorientieren, das möchte sich auch Martin Ulbrich. "Mein Herz hat gesagt, ich muss was anderes machen", erklärt er. Den gelernten Kfz-Mechaniker und Meister zieht es wieder zu den Autos, nachdem er jahrelang in der IT-Branche gearbeitet hat. Aber nicht mehr zu den Verbrennungsmotoren, sondern zu Elektroautos. "Das hat alles damit angefangen, dass ich einen Tesla Probe gefahren bin", erzählt er lachend. "Und seither komm ich nicht mehr davon los." Auf der Messe will er gezielt Firmen ansprechen: "Das ist schön, dass man hier direkt mit den Leuten reden kann", findet Ulbrich, "da überzeugt man doch schneller als per E-Mail."

 

Bewerbertraining: An einer Station der Messe können Termine vereinbart werden zum Bewerbungsmappen-Check. "Wir machen die Leute fit, was ihre Bewerbungen angeht", erklärt Skerk Externblink von der Firma Ingeus. "Das heißt, wir schauen uns die Unterlagen an und überlegen mit den Bewerbern, was daran gelungen ist und was nicht." Und nennt als Beispiel: "Zu lange Bewerbungen gehen gar nicht - und originell sollten sie sein." Auch eine Coaching-Zone gibt es: Dort wird gemeinsam überlegt, was ein Bewerber mitbringt, was er kann und was er gerne machen würde. Externblink verrät: "Ich suche immer danach, was die Augen bei den Bewerbern zum Leuchten bringt, weil sie das dann auch gut machen." Franziska Winzig hat das Bewerber-Coaching gerade hinter sich und ist begeistert: "Das Gespräch hat mir geholfen zu reflektieren, was ich möchte", erklärt sie. Die Hochschulabsolventin ist gerade auf der Suche nach ihrem ersten richtigen Job. "Auch was die Bewerbungsunterlagen betrifft, habe ich viel mitnehmen können", erläutert sie "Denn damit die überzeugen, sollen die gern individuell sein." Ob sie fündig wurde? "Leider nein. Aber meine Richtung der Personalentwicklung war auch nicht so stark vertreten", antwortet sie. "Das Coaching hat mir aber viel gebracht."

 

Viel los: Die Besucherzahlen schätzt Organisatorin Daniela Luesgens auf um die 2800 bis 3000. Sie freut sich aufs nächste Mal - und auf hoffentlich genauso viel Interessierte und zufriedene Teilnehmer auf beiden Seiten.

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