Den Enstfall geprobt: Schauübung der Gärtringer Feuerwehr

Feuerwehr Gärtringen übt vor zahlreichen Zuschauern zwei Ernstfall-Szenarien am Abbruchhaus mitten im Ort

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Artikel vom 19. Mai 2019 - 19:42

Von Holger Schmidt

GÄRTRINGEN. Ein Hausbrand und ein Gefahrgutunfall - gleich zwei spannende Szenarien bekamen die zahlreichen Zuschauer der Schauübung der Feuerwehr Gärtringen am Samstagnachmittag zu sehen.

"Nicht ganz wie in echt", schickte Moderator Carsten Hämmerling noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte voraus. Denn schließlich wollten alle weiterhin freien Blick aufs Geschehen haben und auch die schmucke Drehleiter der Kollegen aus Herrenberg ganz genau in Augenschein nehmen.

Auch den Notruf durfte, nachdem der erste Rauch aus dem Abbruchhaus in der Stuttgarter Straße aufstieg, mit dem gerade einmal achtjährigen Simeon Flaig ein Junge aus dem Publikum durchführen. Schon kurz danach näherten sich mit viel "Tatütata" die ersten Einsatzkräfte. Feuerwehr ebenso wie Rotes Kreuz. "Die Zusammenarbeit ist vorbildlich", lobte Gesamtkommandant Markus Priesching und bezog dabei auch die Polizei und die Feuerwehr aus Ehningen mit ein, die ebenfalls mit jeweils einem Fahrzeug vor Ort waren. Der Chefdirigent hatte diesmal allerdings lediglich eine beobachtende Position inne, lag die Gesamteinsatzleitung doch bei seinem zweiten Stellvertreter Andreas Gohl. Er und Abteilungskommandant Ralf Gaal als Einsatzstellenleiter dirigierten ihre Männer und Frauen schnell dorthin, wo es brannte. Dass überdies zwei Kinder - Mimen der Jugendfeuerwehr - im Gebäude vermisst wurden, verlieh dem Übungseinsatz zusätzliche Brisanz.

Doch in aller Ruhe und mit viel Routine zeigte die Gärtringer Feuerwehr, was sie kann. Vorne betrat ein erster Angriffstrupp das verqualmte Haus, hinten sicherte eine Riegelstellung die Nachbargebäude gegen übergreifende Flammen. Eine unfreiwillige Dusche für einige Zaungäste konnten diese bei noch trockener Witterung und angenehmen Temperaturen leicht verschmerzen. Die Leiter ausgefahren, kam schon kurz darauf die erlösende Nachricht: "Zwei vermisste Personen gerettet."

Türen werden aufgebrochen, Wasser schießt aus den Rohren

Und Komplimente auch vom Kommandanten. "Wir konnten realitätsnah üben, mit Wasser auf dem Schlauch und im Gebäude", so Markus Priesching zum besonderen Ambiente, bei dem auch ohne Rücksichtnahme Türen aufgebrochen und mit Rauchpatronen für eine nahezu echte Verqualmung gesorgt werden konnte.

Weiter ging's auf der anderen Straßenseite. Stand dort doch ein Kleinlastwagen mit einem Tank auf der Pritsche, aus dem eine stechend riechende Flüssigkeit auslief. Ein Fall für die Gefahrgutexperten unter den Floriansjüngern. Schnell barg das DRK noch einen verätzten Jungen, bevor es überraschend selbst zum Echteinsatz musste. Zwei Feuerwehrler schlüpften derweil in ihre Chemikalienschutzanzüge, die man sich eigens für die Schauübung vom Umweltschutzzug des Landkreises ausgeliehen hatte. Die Gullys gesichert und den Hahn am Tank mit einem passenden Pfropfen verschlossen, folgte auch hier bald die Entwarnung. Entpuppte sich das vermeintliche Gefahrgut doch glücklicherweise in diesem Fall als völlig harmlose giftgrüne Lebensmittelfarbe.

Der große Applaus des Publikums belohnte die ehrenamtlichen Helfer. "Ich bin stolz auf die gute Arbeit der Mannschaft zum Schutz der Bevölkerung", zeigte sich Kommandant Priesching vom Ablauf der knapp 60 Übungsminuten vollkommen überzeugt.

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