Stuttgarter Kammerorchester kommt nach Weil im Schönbuch

Stuttgarter Kammerorchester zu Gast beim Jungen Streicherorchester in Weil

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    Freuen sich auf das Gastspiel des Stuttgarter Kammerorchesters: Erich Scheungraber (l.) und Gerd Kaufholz Foto: Bischof

Artikel vom 16. Mai 2019 - 19:06

Von Eddie Langner

WEIL IM SCHÖNBUCH. Das Junge Streichorchester Weil im Schönbuch hat einen prominenten Unterstützer: das Stuttgarter Kammerorchester. Am Freitag, 12. Juli, kommt das Profi-Ensemble zu einem gemeinsamen Konzert in die Gemeindehalle nach Weil im Schönbuch.

Dass ein solches Gastspiel in der Schönbuchgemeinde überhaupt möglich ist, liegt an der besonderen Partnerschaft zwischen dem Stuttgarter Kammerorchester (SKO) und dem Jungen Streicherorchester Weil im Schönbuch (JSOW). Seit dem Sommer 2015 ist das SKO dem Nachwuchsensemble freundschaftlich verbunden. Noch weiter zurück gehen die kollegialen Bande zwischen Ulrike Stortz (2. Violine beim SKO) und Erich Scheungraber, dem Leiter des JSOW.

Die Stuttgarter Profimusiker legen großen Wert auf ihre Jugendarbeit. Zuletzt wurde das SKO dafür ins Kulturförderprogramm "Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland" der Bundesregierung aufgenommen.

Im März 2017 ist das SKO eine offizielle Orchesterpatenschaft mit den Weilemer Streichern eingegangen - beglaubigt und besiegelt durch die Deutsche Orchestervereinigung und die Organisation Jeunesses Musicales Deutschland. "Das passt sehr gut, weil wir beide reine Streicherorchester sind", sagt Scheungraber.

Im Zuge dieser Patenschaft hat das SKO das Junge Streicherorchester schon mehrfach nach Stuttgart eingeladen - zuletzt durften die Weilemer im September 2018 zusammen mit dem Stuttgarter Kammerorchesters in der Liederhalle spielen (wir berichteten).

Jetzt kommt der Gegenbesuch. Die Initiative ging dabei laut Scheungraber von den Stuttgartern aus. "Das Kammerorchester ist seit Dezember auf Baden-Württemberg-Tour", erzählt der Musiklehrer. Im Rahmen dieser von der L-Bank gesponserten Tour hat das SKO sich auch in Weil für einen Besuch angemeldet.

Diese erfreuliche Nachricht stellte die Gastgeber allerdings vor ein logistisches Problem: Wegen ihrer guten Akustik wäre normalerweise die Martinskirche der Raum für ein solches Konzert. "Da reicht uns aber der Platz nicht", verweist Erich Scheungraber auf die Größe der beiden Ensembles - schließlich zählt allein schon das Stuttgarter Kammerorchester rund 20 Mitglieder. Rund um den Altar würde es da reichlich beengt zugehen - zumal auch in den Nebenräumen nicht genug Platz wäre, um den Profimusikern für die Unterbringung ihrer zum Teil sehr kostspieligen Instrumente eine entsprechende Infrastruktur zu bieten.

Aus diesem Grund wandte sich der Musiklehrer an Gerd Kaufholz. Der Vorsitzende des Kulturkreises Weil im Schönbuch hatte in der Vergangenheit schon mit Scheungraber zusammengearbeitet - zuletzt im Januar 2018 im Zusammenhang mit dem 25. Jubiläum des Kulturkreises.

Kaufholz musste gar nicht erst lange überredet werden. "Das ist ein richtiges Highlight für die Gemeinde", freut er sich schon auf das Kammerorchester. Schließlich könnte sich der Kulturkreis das Gastspiel eines solches Profiensembles normalerweise gar nicht leisten.

Um das Platzproblem zu lösen, bat der Vereinschef Bürgermeister Wolfgang Lahl, die Gemeindehalle zur Verfügung zu stellen. Kaufholz rannte beim Schultes offene Türen ein.

Das Konzertprogramm verspricht zahlreiche musikalische Leckerbissen - inklusive der Europa-Erstaufführung eines Werks, das der Inder Sandeep Bhagwati im Rahmen eines Kompositionswettbewerbs der Winfried-Böhler-Stiftung geschrieben hat. Die Welt-Uraufführung dieses sehr außergewöhnlichen Stücks war im März in Delhi.

Zudem erwartet die Zuhörer ein reines Cello-Orchester, bei dem die drei SKO-Cellisten von mehr als einem Dutzend Weilemer Instrumentalisten unterstützt werden. Einen Großteil des Programms werden Profis und Schüler gemeinsam bestreiten, zum Ende hin darf das SKO bei einem Brahms-Werk dann seine ganze Klangpracht entfalten.

Der Vorverkauf für das Konzert am 12. Juli in der Gemeindehalle hat bereits begonnen. Es gibt reservierte Sitzplätze für 20 Euro (wobei hier ein großer Teil des Betrags direkt als Orchesterspende ans JSOW zurückfließen soll) sowie reguläre Plätze für 15 Euro. Hier sind Ermäßigungen verfügbar. Karten im Vorverkauf sind bei der Geschäftsstelle der Kreiszeitung in der Wilhelmstraße 34 in Böblingen, Telefon (0 70 31) 62 00 29, erhältlich.

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