Einsatz gegen Ausgrenzung

Das Otto-Hahn-Gymnasium Böblingen ist jetzt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

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Seit 1995 gibt es in Deutschland das Schulnetzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". In Böblingen gehört das Otto-Hahn-Gymnasium jetzt auch dazu.

Artikel vom 10. Mai 2019 - 18:00

BÖBLINGEN (red). Die Schülerschaft war zu einer kleinen Feier in der Turnhalle versammelt, als Cordula Bruckner als Vertreterin der Landeskoordinationsstelle des Netzwerks den Titel offiziell der Schule verlieh. Schülersprecher Konrad Rohrig erinnerte an das bisherige Engagement der Schulgemeinschaft gegen Rassismus, etwa die Durchführung von intensiven Projekttagen im vergangenen Schuljahr und an die erfolgreiche Unterschriftensammelaktion - sie gehört mit zu den Bedingungen für die Aufnahme in das Netzwerk. Hierbei haben mehr als 70 Prozent der Schulgemeinschaft ihren Willen bekundet, sich auch in Zukunft aktiv und nachhaltig gegen Rassismus und für Courage im Alltag einzusetzen.

Als Paten, die das weitere Anti-Rassismus-Engagement der Schule begleiten werden, konnte die Schülerschaft den ehemaligen OHG-Schüler Maurice Schmidt, der mittlerweile ein international erfolgreicher Rollstuhlfechter ist, sowie den Böblinger CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz gewinnen. Biadacz zeigte sich erfreut über den Einsatz der Schüler und verwies darauf, dass Demokratie nicht selbstverständlich sei. Schmidt erinnerte sich, wie selbstverständlich er als körperlich behinderter Schüler am OHG integriert gewesen sei und erzählte von seinen Erfahrungen von internationalen Wettkämpfen, bei denen ihm das Feiern mit Sportlern anderer Länder und Kulturen als Beispiel für rassismusfreies Zusammenleben begegnet sei.

Schulleiterin Stefanie Bermanseder zeigte sich "sehr stolz" über die Auszeichnung und berichtete, dass bereits 2016 die ersten Schüler mit der Idee zu ihr gekommen seien, diesem Netzwerk beizutreten. "Damals steckten wir in Deutschland mitten in der sogenannten Flüchtlingskrise und diese Schüler haben gespürt, dass das Thema Rassismus und Ausgrenzung wieder enorm an Wichtigkeit in unserer Gesellschaft gewinnt und man etwas dagegen tun muss."

Widerstände spezieller Art

Sie berichtete auch von Widerständen spezieller Art: "Manche Schüler fanden, dass so eine Aktion am OHG überflüssig sei, weil an der Schule gar kein spürbarer Rassismus existiert." Das sei zwar erfreulicherweise richtig, aber: "Es geht nicht nur darum, bestehenden Rassismus, Überheblichkeit, Ausgrenzung und Intoleranz anzugehen, sondern nach außen zu zeigen, dass Rassismus allgemein keine Chance hat."

Vertrauenslehrer Andreas Uhl, der mit den Schülern zusammen auf die Auszeichnung hingearbeitet hat, wünschte sich, "dass der Titel auch in einigen Jahre noch lebendig ist und von unserer Schulgemeinschaft gelebt und nach außen vertreten wird.

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