"Interessen der Jüngeren müssen berücksichtigt werden"

Veranstaltung zum Thema Rentenversicherung von Jusos und SPD-Senioren - Pensionen im Landkreis überdurchschnittlich hoch

Artikel vom 24. April 2019 - 18:30

BÖBLINGEN (red). Ein gemeinsamer Dialog zwischen der älteren und jüngeren Generation zum Thema Rentenversicherung - das stand zuletzt bei einer Veranstaltung der Jusos Sindelfingen/Böblingen und der SPD Senioren im Mittelpunkt. Zu Gast waren Katja Mast, die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied der Rentenkommission der Bundesregierung, und zudem Andreas Schwarz, der Direktor der Deutschen Rentenversicherung. "Dieser Dialog wurde gemeinsam von der jüngeren Generation und uns Älteren initiiert", erläuterte Wolfgang Ebsen, der stellvertretende Kreisvorsitzende der SPD-Senioren, "wir sind uns darüber einig, dass die Interessen der jüngeren Generation berücksichtigt werden müssen."

Die Rentenversicherung verfüge aufgrund der hohen Beschäftigungsquote über ein sehr gutes finanzielles Polster, betonte Andreas Schwarz. Im Kreis Böblingen lägen die durchschnittlichen Renten im Vergleich zu Baden-Württemberg und dem Bund über dem Durchschnitt. Bei den Männern im Kreis Böblingen bekomme ein langjährig versicherter Durchschnittsrentner beispielsweise 1664 Euro brutto. Das seien 8,3 Prozent mehr als der Schnitt in Baden-Württemberg und 11,8 Prozent mehr als im Bund. Im Vergleich zu den Männern würden aber die Renten für Frauen in der gleichen Beschäftigungsgruppe auch im Kreis Böblingen bescheiden ausfallen. Frauen erhalten als besonders langjährig Versicherte - und das sind im Kreis Böblingen nur 3,4 Prozent - 1108 Euro brutto. "Wir arbeiten in der Rentenkommission mit Hochdruck an einer verlässlichen Lösung", sagte die Bundespolitikerin Katja Mast, "die junge Generation hat ein Recht auf eine angemessene Alterssicherung." Sie ging in ihrem Statement auch auf die demographischen Veränderungen ein.

Thema Grundrente wird viel diskutiert - vor allem von Frauen

"Bei jeder rentenpolitischen Veranstaltung wird immer wieder das Modell unserer Nachbarn Österreich und Schweiz als das bessere Modell hervorgehoben", sagt Mast, "da muss man aber genau ins Detail gehen." Hierzulande habe sich das dreistufige Modell mit gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge bewährt.

Beim Thema Grundrente erzählte Mast, dass der entsprechende Vorschlag von Arbeitsminister Hubertus Heil zuletzt viel diskutiert worden sei. "Besonders von den Frauen", so die Bundestagsabgeordnete. Denn gerade sie seien häufig von Renten unterhalb der Grundsicherung betroffen. Sie hätten oft im unteren Gehaltsniveau gearbeitet, sich lange um die Familie gekümmert oder Angehörige gepflegt. "Wer alleinstehend ist und 35 versicherungspflichtige Jahre vorweisen kann, der soll nicht mehr zum Amt gehen müssen, um Aufstockungsbeiträge zu bekommen", betonte Mast. Sie sei froh, dass auch der Gewerkschaftsbund das Modell der Grundrente unterstütze.

Verwandte Artikel