Die Weltkonflikte klopfen an

Konjunkturbericht der IHK: Weniger Aufträge für die Unternehmen im Kreis - dennoch starker Start ins Jahr

  • img

Artikel vom 22. März 2019 - 16:18

KREIS BÖBLINGEN (red). Die Unternehmen im Kreis Böblingen sehen sich zum Jahresbeginn und in das Frühjahr hinein mit immer mehr konjunkturellen Risiken konfrontiert. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage, die die Industrie- und Handelskammer Böblingen (IHK) bei ihren Mitgliedern unternommen hat.

"Neben dem drohenden harten Brexit", heißt es im IHK-Konjunkturbericht, "hat sich zuletzt weltweit die konjunkturelle Lage immer weiter eingetrübt. Ausgangspunkt sind dabei insbesondere die von den USA ausgehenden Handelskonflikte, die in einer vernetzten Welt nicht ohne Wirkung bleiben und sich immer stärker bemerkbar machen".

Diese Entwicklung schlage sich in der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK-Bezirkskammer nun ebenfalls nieder. Bereits zum vierten Mal in Folge melden die Betriebe gegenüber der IHK in Böblingen einen Rückgang des Auftragseingangs. "Angesichts dieses eher negativen Umfelds ist es umso erstaunlicher und zugleich auch erfreulich, dass die Wirtschaft im Kreis Böblingen trotz allem einen starken Jahresauftakt hingelegt hat", heißt es weiter. Nach wie vor sei die Lage in vielen Betrieben sehr gut und die Rückmeldungen in der IHK-Konjunkturumfrage überaus positiv. So könnten noch immer 67 Prozent eine gute Lagebeurteilung abgeben und nur knapp über fünf Prozent seien derzeit nicht mit ihrer Lage zufrieden.

Bei den Industrieunternehmen ist die Lage sogar noch erfreulicher, schreiben die Verfasser. Hier äußerten sich 75 Prozent gegenüber der IHK-Bezirkskammer sehr zufrieden. Dies, obwohl auch hier die Auftragslage bei fast einem Viertel der Unternehmen rückläufig sei. Dennoch sei der Blick in die Zukunft nicht mehr so zuversichtlich. Zwar greife noch kein allgemeiner Pessimismus um sich, die Unternehmen würden allerdings vorsichtiger und warteten die weitere Entwicklung ab.

Die Industrieunternehmen seien gut in das Jahr 2019 gestartet und können eine nochmals verbesserte Geschäftslage melden. 75 Prozent geben eine gute Lageeinschätzung ab, knapp sechs Prozent sind derzeit mit der Geschäftsentwicklung unzufrieden. Auch die Umsätze haben sich gegenüber Herbst 2018 nochmals etwas verbessert, die Ertragslage wird als gut bezeichnet.

Die Einzelhändler bemerken eine Zurückhaltung der Kundschaft. Wie auch in den übrigen Branchen komme es derzeit jedoch auch im Handel zu einer starken Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Lage und dem Blick auf die Zukunft. Während mehr als 61 Prozent der Handelsunternehmen eine gute Lage melden können, ist der Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung pessimistischer geworden. Fast 20 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen erwarten eine Verschlechterung der Lage.

Beim Bau läuft's

Nach einer überdurchschnittlichen Auftragslage im Herbst 2018, mit der sich die Dienstleister noch gegen die einsetzende Flaute stemmten, stagniert nun auch in der Servicebranche die Nachfrage. Man bewege sich damit zwar immer noch auf einem hohen Niveau, die Dynamik habe allerdings spürbar nachgelassen. Neben dieser Entwicklung bereitet den Unternehmen der Fachkräftemangel große Sorgen. Dank einer weiterhin großen Nachfrage und günstigen Finanzierungsbedingungen stemmt sich die Baubranche gegen den wirtschaftlichen Trend. Die Lage ist gut, die Aussichten sind bislang noch nicht getrübt. Größte Sorge der Unternehmen bleibt auch hier der Mangel an Facharbeitern, heißt es im IHK-Bericht.

Verwandte Artikel