Sonderveröffentlichung

Pädagogische und Soziale Berufe

Das Lächeln der Kinder gibt tägliche Freude

  • img

Der eingetragene Verein tupf qualifiziert und begleitet Tagesmütter oder -Väter in dieser verantwortungsvollen Tätigkeit

Artikel vom 23. März 2019 - 08:00

SINDELFINGEN. (sel) „Was machen Sie beruflich?“ Wenn jemand auf diese Frage antwortet „Ich bin Tagesmutter“ (oder auch Tagesvater), erntet er oft erstaunte Blicke. „Viele wissen gar nicht, dass es Kindertagespflege gibt – als Betreuungsform und als berufliche Tätigkeit“, berichten Marion Röcker und Susanne Dreher. Beide kümmern sich beim Tages- und Pflegeeltern e.V. Kreis Böblingen (tupf) mit einem rund zirka 20-köpfigen Team um die Qualifizierung, Vermittlung, Begleitung und Weiterbildung u.a. von Tagespflegeeltern.

Das persönliche Gespräch mit den Eltern und Familien aus allen Berufs- und Bevölkerungsgruppen ist die Grundlage für die Vermittlung der weit über 100 Tagespflegepersonen, die der tupf professionell koordiniert. Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder zwischen 0 und 14 Jahren ist und bleibt groß. „Daher ist die Tätigkeit in der Tagespflege ein Beruf mit Zukunft“, betont die Geschäftsführende tupf-Vorsitzende Röcker. Sie setzt sich dafür ein, dass der Beruf als solcher politisch anerkannt wird. „Schließlich geht es um unsere Kinder. Die Tätigkeit als Tagespflegeperson erfordert fachliche Kompetenz und viel Herz und hat in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Der Landesverband stuft sie als gleichwertig, aber nicht gleichartig wie die Betreuung in einer Kindertagesstätte ein.“

Als Besonderheiten zählen Marion Röcker, geschäftsführende Vorsitzende, und Susanne Dreher, die Fachbereichsleiterin für Kindertagespflege, die familiäre Atmosphäre, die sehr individuelle und flexible Betreuung sowie die festen Bezugspersonen auf. Maximal fünf Kinder darf eine Tagesmutter/-vater gleichzeitig betreuen - und momentan maximal acht Verträge abschließen. In der Regel sind Tagespflegepersonen selbständig und betreuen ihre „Schützlinge“ bei sich zu Hause. Sie können aber auch als angestellte Kinderfrau in privaten Haushalten arbeiten oder Kindertagespflege in Firmen- oder angemieteten Räumen anbieten.

Qualifizierte Tagesmütter und -Väter

Früh morgens, oder nur vormittags, gerne auch am Abend? Tagesmütter - es gibt übrigens beim tupf auch drei Tagesväter - können ihre Arbeitszeiten steuern und mit den eigenen familiären Bedürfnissen in Einklang bringen. „Allerdings müssen sie sich gut qualifizieren, um diesen Förderauftrag für Erziehung, Bildung und Betreuung kompetent erfüllen zu können“, legt Marion Röcker Wert auf eine solide Grundlage. Diese wiederum bietet tupf als bewährter Bildungsträger in Delegation des Kreisjugendamtes an. Besonders froh sei man über die gute Kooperation mit dem Landratsamt und dem Amt für Jugend: „Dieses wertschätzende Miteinander schafft eine optimale Grundlage für unsere Arbeit.“

Die tupf-Mitarbeiterinnen sind begleitende Ansprechpartner für Tageseltern und machen auch Besuche in den Betreuungsräumen. Sie bieten ebenso große Umfänge der insgesamt 160 Unterrichtseinheiten umfassenden Grundqualifizierung an sowie die jährlich nachzuweisenden Weiterbildungen, etwa zu Themen wie Sprache, Inklusion, Kreatives oder Dokumentation an. Tagesmütter können hier Ideen sammeln und sich kompetent informieren. Sie gestalten aber die Betreuungszeit absolut individuell und können ihre Schwerpunkte wie Natur, Musik, Gestalten, Bewegung oder beispielsweise gärtnern selbst setzen. Der kollegiale Austausch kommt dank der regelmäßigen Kurse und gemeinsamen Abende nicht zu kurz, und so sind hier schon viele Fremde zu Freunden geworden.

Die Qualifizierung ist keine langwierige Sache von Jahren, im Gegenteil: „Schon nach den ersten 30 Unterrichtseinheiten können angehende Tageseltern tätig werden, die 130 weiteren Einheiten der Grundqualifizierung absolvieren sie dann berufsbegleitend“, informieren die Fachfrauen. „In der Kindertagespflege Tätige benötigen neben der Grundqualifizierung u.a. eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung, ein erweitertes Führungszeugnis, entsprechende Sicherheit im Haushalt sowie den Erste-Hilfe- Kurs am Kind.“

Was die einfühlsame, verantwortungsbewusste Aufgabe einbringt, kann entgegen aller Unkenrufe durchaus ein ansehnliches Einkommen über dem Durchschnitt werden: Als kreisweite Empfehlung gelten 6,50 Euro pro Stunde und pro Kind. Sozialversicherungsbeiträge können zum Teil oder komplett erstattet werden. „Wir finden, dass diese qualifizierte, wertvolle Arbeit durchaus entsprechend zu honorieren ist“, unterstreichen Marion Röcker und Susanne Dreher. Aber das Finanzielle ist das Eine. „Das Lächeln der Kinder und die sich entwickelnden, oft langjährigen Kontakte sind der wirklich erfüllende Teil dieser Aufgabe.“

 

Info:

Voraussichtlich am 4. April startet ein neuer Grundqualifizierungskurs für „angehende Tagespflegepersonen“ in Herrenberg. Interessierte können sich an tupf wenden unter info@tupf.de oder Telefon 07031 – 21 37 10.

Verwandte Artikel