Künstlerwettbewerb zur Biennale

Gruppenausstellung im Rahmen des Sindelfinger Kulturfestivals - Städtische Identität im Fokus

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    Das Alte Rathaus (Stadtmuseum) spiegelt sich in der Heckscheibe eines Autos. Auch fotografische Arbeiten sind für den Kunstwettbewerb zur Sindelfinger Biennale zugelassen Fotos: Bischof/Archiv

Artikel vom 26. Februar 2019 - 17:18

SINDELFINGEN (red). Die Galerie Stadt Sindelfingen beteiligt sich 2019 an der Biennale Sindelfingen im Bereich Bildende Kunst und lobt einen Wettbewerb für die Gruppenausstellung "Utopien in der Stadtgesellschaft - Identität und Geschichte" aus.

Ziel der Ausstellung ist es, dass sich die teilnehmenden Künstler mit den Strukturen einer offenen und demokratischen Gesellschaft auseinandersetzen und utopische Ansätze verfolgen.

"Wir möchten mit dem Wettbewerb die Galerie für alle Künstler öffnen, die sich mit Sindelfingen verbunden fühlen und die Möglichkeit geben, ihre künstlerische Sicht auf die Stadt zu präsentieren", sagt Madeleine Frey, Leiterin der Galerie Stadt Sindelfingen und Kuratorin der Ausstellung. "Wir hoffen damit, ein künstlerisch vielschichtiges Bild auf Sindelfingen werfen zu können", so Frey weiter.

Gleichzeitig füge sich die Ausstellung in das diesjährige Biennale-Motto "Alte Stadt sucht neue Formen" und bereichere diese in der Sparte Bildende Kunst.

Die Stadtgeschichte Sindelfingens ist von manchen goldenen Zeiten aber auch von historischen Tiefpunkten geprägt. Das blühende Chorherrenstift um die Martinskirche verlieh Sindelfingen im Spätmittelalter überregionale Bedeutung, seine Verlegung nach Tübingen im Jahr 1478 bedeutete einen herben Verlust. Die Bauernkriegsschlacht am Goldberg 1525 und zahlreiche Hexenprozesse in den Jahren um 1600 kosteten zahlreiche Menschenleben.

Während des Dreißigjährigen Krieges schrumpfte die Bevölkerung auf ein Drittel zusammen und die Stadt lag buchstäblich in Trümmern. Im 18. und 19. Jahrhundert etablierte sich Sindelfingen als Zentrum der Handweberei in Württemberg. Anfang des 20. Jahrhunderts siedelte sich dann das Mercedes-Benz Werk an und verhalf der Stadt zu einem neuen und ungewohnten Reichtum.

Der finanzielle Spielraum führte zu Veränderungen im Stadtbild aber auch in der gesellschaftlichen Struktur. Aus der Kleinstadt wurde ein Industriestandort mit einer internationalen Einwohnerschaft, der mit einer enormen finanziellen Freiheit ausgestattet ist, aber auch die Risiken der weitgehenden Monostruktur erlebt.

Die Ausstellung "Utopien in der Stadtgesellschaft - Identität und Geschichte" stellt lokalspezifische Fragen: Wie kann sich Geschichte auf das Jetzt und die Zukunft auswirken? Wie wollen wir das Miteinander in unserer Stadt leben, wie gehen wir mit Migration, einer immer älter werdenden Gesellschaft und der industriellen Umwälzung um? Wo sind Potentiale für humanistisch geprägte Utopien?

In einem ästhetisch zusammengeführten Konzept entsteht so eine Ausstellung, die sich mit dem Selbstbildnis Sindelfingens auseinandersetzt und Zukunftsvisionen aufzeigt. Es geht um Wunschprojektionen, die sich sowohl auf lokal spezifische Themen, als auch auf globale Fragestellungen beziehen können.

Professionell arbeitende Künstler von und aus Sindelfingen sind eingeladen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Studierende an Kunsthochschulen sind ebenfalls zugelassen.

Es sind Beiträge aus allen Sparten der Bildenden Kunst möglich: Malerei, Bildhauerei, Konzeptkunst, Videokunst, Fotografie. Es können neben künstlerischen Beiträgen auch Vorschläge für Workshops, Performances oder Vorträge eingereicht werden, die als Rahmenprogramm zu der Ausstellung stattfinden.

Gruppenarbeiten von mehreren Künstlern sind möglich. Eine Jury, aus Vertretern der Galerie, der Biennale und einer weiteren Kunstinstitution, wählt aus allen Einsendungen bis zu zehn Teilnehmer aus. Gemeinsam mit der Kuratorin Madeleine Frey und dem Co-Kurator Sebastian Schmitt wird anhand der Projektskizze der Bewerber der Beitrag zur Ausstellung erarbeitet. Pro Kunstschaffenden stehen bis zu 1000 Euro für Material und Produktion zur Verfügung.

Die Künstler bewerben sich mit einer kurzen Projektskizze und ihrer Biografie in digitaler Form per Email an galerie@sindelfingen.de. Einsendeschluss ist der 31. März. Weitere Infos unter http://www.galeriesindelfingen.de im Netz.
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