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Kritik an Unterbrechung der Gäubahn

Kreis-Grüne befürchten Abkehr der Pendler

Artikel vom 26. Februar 2019 - 11:54

KREIS BÖBLINGEN (red). Mit Verärgerung reagieren die Kreis-Grünen auf die Planungen der Deutschen Bahn, die Gäubahn als wichtige Schienenverbindung nach Stuttgart über mehrere Jahre in Stuttgart-Vaihingen zu kappen. Die Böblinger Grünen unterstützen daher laut einer Pressemitteilung ausdrücklich die Initiative des Nürtinger Grünen-Bundestagtags-Abgeordneten Matthias Gastel, der den durchgängigen Betrieb der Gäubahn nach Stuttgart Hauptbahnhof bis zur Fertigstellung aller neuen Strecken fordert.

"Aus der Zeitung erfährt man von den jahrelangen Belastungen für unzählige Pendler", ärgert sich Roland Mundle, Fraktionsvorsitzender der Böblinger Kreis-Grünen. Die Deutsche Bahn wolle offenbar ihre eigenen Fehlplanungen heimlich auf dem Rücken der Fahrgäste abladen.

Im Planfeststellungsbeschluss für Stuttgart 21 wurde eine Unterbrechung der Gäubahn über sechs Monate genehmigt, bevor diese anschließend über den Flughafen in den neuen Tunnelbahnhof eingeführt werden soll, heißt es weiter. Nun werde sich diese Sperrung wegen Bauverzögerungen im Bereich Rohr und Flughafen auf mindestens zweieinhalb Jahre verlängern.

Die Fahrgäste der Gäubahn, darunter Fernreisende aus der Schweiz und Tausende Pendler aus dem südlichen Umland, befürchtet Mundle, werden den mehrjährigen Zwangsumstieg im Vorortbahnhof Vaihingen auf eine oft volle S-Bahn mit Reisezeitverlängerungen von bis zu einer Stunde kaum akzeptieren und dem Nahverkehr den Rücken kehren. "Das Ziel der Stadt Stuttgart, den Autoverkehr um 20 Prozent zu reduzieren, wird damit völlig konterkariert", so Mundle weiter. "Deshalb sollte sich gerade die Stadt Stuttgart gemeinsam mit uns für eine durchgehende Bedienung der Gäubahn bis Stuttgart Hauptbahnhof an den Kopfbahnhof einsetzen", fordert er.

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