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Einbruchserie im Kreis Böblingen: Bande vor Gericht

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    Fünf Angeklagte stehen wegen einer Einbruchserie im Kreis Böblingen vor Gericht. Bis Mitte Mai wird sich der Prozess voraussichtlich ziehen. Symbolbild: Archiv

Artikel vom 21. Februar 2019 - 16:30

Von Bernd S. Winckler

KREIS BÖBLINGEN. Fünf Männer aus dem Kosovo, teilweise illegal nach Abschiebungen wieder nach Deutschland eingereist, sitzen auf der Anklagebank im Stuttgarter Landgericht. Es geht um gewerbsmäßigen schweren Diebstahl in 19 Fällen. Betroffen waren vor allem Gasthäuser und Spielhallen, unter anderem auch im Landkreis Böblingen.

Über eine Stunde benötigte der Staatsanwalt, um die dicke Anklageschrift gegen die fünf Männer im Gerichtsaal vorzutragen. Die Gruppe soll sich hauptsächlich auf nächtliche Einbrüche spezialisiert haben, wobei die Einbruchschäden weitaus höher waren als die jeweilige Diebesbeute.

Im Sommer 2017 waren zwei der Angeklagten bereits nach Urteilen in ihre Heimat nach Kosovo abgeschoben worden. Einer von ihnen sei wenige Monate später wieder eingereist – trotz eines abgelehnten Asylantrags und einer Einreisesperre. Bei seiner Rückkehr habe er sich, so die Anklage, mit den anderen Beschuldigten zusammengetan, um durch Einbrüche den hiesigen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die Anklage geht davon aus, dass das Quintett im November 2017 die ersten nächtlichen Einbrüche in Leonberg verübte, und zwar jeweils in zwei Einfamilienhäuser in der Kantstraße und in verschiedenen örtlichen Gaststätten. In der Nacht zum 11. November vorletzten Jahres sollen die Täter in der Kantstraße Fensterscheiben eingeschlagen und sich unter anderem Zutritt zu einem Tresor mit Inhalt und Computer-Zubehör verschafft haben. Allein der Einbruchschaden liegt bei 3000 Euro.

Vier Wochen später der nächste Einbruch, wieder durch das Einschlagen einer Fensterscheibe. Hierbei entstand lediglich ein Schaden von 390 Euro. Der dritte vorgeworfene Einbruch soll sich am 27. Januar wieder in Leonberg ereignet haben. Beute aus einem Spielautomat: 780 Euro. Schaden: 3600 Euro. Die nächtliche Einbruchsserie sei dabei laut Anklage über die Zeit vom April bis Mitte Juli letzten Jahres gelaufen. Nach dem letzten Coup am 21. August ließ die Polizei die Handschellen klicken. Zwei der Angeklagten leerten an diesem Tag in einer Ehninger Gaststätte den Spielautomaten, erbeuteten 2850 Euro. Den Sachschaden beziffert der Staatsanwalt auf 4800 Euro.

Zwischen dem 17. Mai und dem 5. Juli vergangenen Jahres sollen die Angeklagten in zahlreichen Fällen aus Spielautomaten in Gaststätten im Kreis Esslingen und in Weil der Stadt Bargeldbeträge von jeweils 1700 bis 7000 Euro geklaut haben. Bei den Festnahmen im August 2018 konnte die Polizei noch Geldbeträge in Höhe von rund 88 000 Euro sicherstellen. Da die Angeklagten vorerst nichts sagen wollen, hat das Gericht Verhandlungstage bis Mitte Mai dieses Jahres angesetzt.

 

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