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Lied-Duo begeistert mit Schubert und Schumann

Die Pianistin Doriana Tchakarova und der Bariton Konstantin Krimmel sangen im Rathaus in Weil im Schönbuch

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    Pianistin Doriana Tchakarova und Bariton Konstantin Krimmel im Weilemer Rathaus Foto: red

Artikel vom 18. Februar 2019 - 18:30

WEIL IM SCHÖNBUCH (red). Die Reihen des Vortragssaales im historischen Dachstock des Weiler Rathauses waren gut gefüllt. Der Grund war das seit dem letzten Jahr in bemerkenswerter Dichte mit nationalen und internationalen Wettbewerbs- und Publikumspreisen ausgezeichnete Lied-Duo Konstantin Krimmel (Bariton) und Doriana Tchakarova (Klavier). Eingeladen hatte der Kulturkreis Weil im Schönbuch.

Mit dem anrührenden "Ich wandre still, bin wenig froh" aus Franz Schuberts Lied "Der Wanderer" öffneten die beiden Musiker ihren Zuhörern die Türen zur introvertierten wie überschäumenden Gefühlswelt der romantischen Weltbetrachtung. Feinsinnig gestaltete Konstantin Krimmel seine Erzählungen, die für Momente zu packenden Geschichten jenseits der gesungenen Noten wurden: innige Friedenssehnsucht in "Wanderers Nachtlied", bildhafte Anleihe an monumentale Naturgewalten in "Gruppe aus dem Tartarus" oder zur lakonisch-kecken Beschreibung einer verstohlenen Liebesnacht in Hugo Wolfs "Begegnung".

Auch der britische Komponist Ralph Williams wurde gespielt

Doriana Tchakarova spielte dabei mit aufmerksam folgendem Klavierpart, nicht minder energetisch, impulsiv und virtuos. Stilistisch kontrastiert wurden die Werke deutscher Komponisten der ersten Konzerthälfte durch Ralph Vaughan Williams' britische Antwort auf die kontinentale Romantik. Drei Lieder, die ihre kompositorische Nähe zur englischen Folksongtradition stets durchscheinen lassen, kamen zu Gehör. In der melodiösen Schlichtheit eines Strophensongs stilistisch ebenso unverkennbar wie die darauf folgend dargebotenen impressionistischen, atmosphärisch schwebenden, sinnlichen Stimmungsbilder des französischen Komponisten Claude Debussys.

Fesselnd wurden die romantischen Balladen "Belsazar" (Robert Schumann) und "Feuerreiter" (Hugo Wolf) dargeboten. Sie wurde mit erzählerischer Intensität und Gegenwärtigkeit sehr nuancenreich vorgetragen: Beschwörend, abgründig und so spannungsvoll. Ein ehrlicher und reifer musikalischer Vortrag. Und ein sängerisch wie pianistisch viel versprechendes Lied-Duo, bei dem nach zwei weiteren Zugaben angesichts lang anhaltenden Applauses und zahlreicher Bravorufe nur der Wunsch nach einem Wiedersehen blieb.

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