Wenn Schönbuchbahn und Auto kollidieren: Weilemer Rettungskräfte übten

Freiwillige Feuerwehr Weil im Schönbuch probt den Ernstfall - Zusammenspiel mit DRK-Ortsverein klappt reibungslos

  • img
    Mit teils schwerem Gerät verschafften sich die Floriansjünger Zugang zu den verunglückten Fahrzeugen zwischen Weil im Schönbuch und Dettenhausen Fotos: red

Was passiert, wenn die Schönbuchbahn mit einem Auto kollidiert? Auch wenn der Schienenverkehr noch nicht wieder freigegeben ist, hat die Freiwillige Feuerwehr Weil im Schönbuch diesen Ernstfall am Freitagabend schon einmal geprobt.

Artikel vom 10. Februar 2019 - 17:36

WEIL IM SCHÖNBUCH (red). Es ist 19.10 Uhr, als die Weilemer Floriansjünger zum unbeschränkten Bahnübergang im Gewann Osterhalde zwischen Weil und Dettenhausen ausrücken. Dort ist vor wenigen Minuten ein Auto mit einem Triebfahrzeug der Schönbuchbahn zusammengestoßen und anschließend rund 200 Meter von der Bahn mitgeschleift worden.

Als die Feuerwehrleute die Lage erkunden, erkennen sie, dass zwei Personen in dem zerbeulten Auto eingeklemmt sind. Eine weitere liegt mit tödlichen Verletzungen im Gleisbereich. Auch innerhalb der Bahn gibt es Verletzte. Wie viele es sind, können die Floriansjünger zunächst nicht feststellen; zuerst müssen sie sich mithilfe von schwerem Gerät Zugang ins Innere des Gefährts verschaffen. Dort angelangt, zählen sie zwölf zum Teil schwerverletzte Fahrgäste und auch der Fahrer des Triebwagens hat etwas abbekommen.

Mit viel Aufwand schaffen die Feuerwehrleute ihre benötigten Einsatzmittel in Richtung Bahn. Zeitgleich startet die Versorgung der Verletzten im Zug durch den DRK-Ortsverein Weil im Schönbuch sowie der Abtransport, den Floriansjünger und Rotkreuzler - nun auf hell beleuchtetem Terrain - Hand in Hand durchführen. Ein wichtiger Helfer dabei: Die Rettungsplattform mit Schienenfahrsatz der Feuerwehr.

Währenddessen verschaffen sich die Feuerwehrleute Zugang zum Auto über die Heckklappe, um eine Rettung der eingeklemmten Personen vorzubereiten. Aber erst nachdem die Bahn vollständig evakuiert ist, kann der anwesende Notfallmanager der Württembergischen Eisenbahngesellschaft, die die Schönbuchbahn betreibt, das Triebfahrzeug um rund zehn Meter vorfahren, woraufhin die Feuerwehr auch das Dach des Autos entfernen und die Personen aus dem Wrack befreien kann. Um 20.30 Uhr kann das DRK-Team schließlich auch die Autoinsassen entgegennehmen und die Übung somit als beendet erklärt werden.

"Für den Ernstfall gut aufgestellt"

"Eine absolut realitätsnahe Übung", lobte Weils Feuerwehr-Kommandant Michael Angeli. Ebenso wie der DRK-Einsatzleiter Volker Stäbler unterstrich er die gute und reibungslose Zusammenarbeit der Hilfskräfte. "Wir sehen uns für reale Einsätze im Bereich der Bahnlinie sehr gut aufgestellt", lautete das einhellige Fazit.

An der Übung waren alle Abteilungen der Feuerwehr Weil im Schönbuch mit acht Fahrzeugen und 52 Einsatzkräften beteiligt, der DRK-Ortsverein war mit drei Fahrzeugen und neun Einsatzkräften vor Ort. Des Weiteren wurden die drei Vorbereiter durch zwei Mitarbeiter der Schönbuchbahn und zwei Mitarbeiter der Firma Rhomberg Sersa, die einen Zweiwegebagger zum Transport des Autos stellten, unterstützt.

Verwandte Artikel