AfD-Abgeordneter Frohnmaier entlässt Mitarbeiter

Referent soll Brandanschlag in der Ukraine angezettelt haben

  • img
    Markus Frohnmaier steht nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Beteiligung seines Mitarbeiters an einem Brandanschlag unter öffentlichem Druck. Foto: Bischof

Artikel vom 20. Januar 2019 - 16:43

KREIS BÖBLINGEN (mis). Der Böblinger Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier hat Probleme mit seinem Personal. Mehrere Medien berichten, dass der AfD-Parlamentarier seinen Referenten Manuel Ochsenreiter entlassen hat. Er steht im Verdacht, einen Brandanschlag in der Ukraine auf ein Gebäude einer ungarischen Minderheit in Auftrag gegeben und finanziert zu haben. Ziel sei es gewesen, mit dieser Tat die Lage in der von Russland noch unabhängigen Region zu destabilisieren.

Laut Zeit-Online wird Ochsenreiter schon seit mehreren Monaten von einem Mann als Drahtzieher beschuldigt, der in Polen wegen dieser Brandstiftung vor Gericht steht. Die Staatsanwalt Berlin habe jetzt gegen Ochsenreiter ein Ermittlungsverfahren wegen Anstiftung zur schweren Brandstiftung gegen Ochsenreiter eröffnet, berichtet Zeit-Online weiter.

Markus Frohnmaier hat offenbar bereits am Dienstag die Konsequenzen aus dem Verdacht gegen seinen Mitarbeiter gezogen und sich von Manuel Ochsenreiter getrennt. Ochsenreiter ist erst seit September als Fachreferent für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Berliner Büro Frohnmaiers beschäftigt.

Der 42-jährige Ochsenreiter ist in der rechten Szene kein Unbekannter. Der Journalist zählt zu den Vertretern der extremen Rechten mit besten Kontakten nach Osteuropa und Russland. Mehrere Jahre leitete er die Redaktion der "Deutschen Militärzeitschrift" - eine Publikation, die mit revisionistischen Deutungen des 2. Weltkrieges aufgefallen ist. Mittlerweile fungiert Ochsenreiter als Chefredakteur des Magazins "Zuerst!" - laut Zeit-Online eine Zeitschrift aus dem Milieu der extremen Rechten. Diese habe als eines der einzigen Medien in Deutschland damals über den Anschlag in der Ukraine berichtet.

Wie Frohnmaier zu seinem Mitarbeiter gekommen ist und ob er von den Vorwürfen gegenüber ihn bereits vorher wusste, war gestern nicht zu erfahren: Der AfD-Mann war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Verwandte Artikel