Willi Braumann kehrt der CDU den Rücken

Konservative verlieren Mehrheit im Gemeinderat

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    Willi Braumann

Artikel vom 16. Januar 2019 - 17:36

BÖBLINGEN (mis). Die CDU-Fraktion im Böblinger Gemeinderat ist um ein weiteres Mitglied geschrumpft. Vor Kurzem hat auch Willi Braumann die Reihen der Konservativen verlassen und sitzt nun als fraktionsloser Bürgervertreter im Bürgerparlament.

Braumann ist bereits Ende vergangenen Jahres seinen beiden Kollegen Daniela Braun und Jürgen Kienle gefolgt. Diese hatten bereits im vergangenen September der CDU den Rücken gekehrt. Vorangegangen waren unterschiedliche Auffassungen über die Entschädigung der Böblinger Erdhebungsopfer, die zu einem tiefen Riss in der Fraktion führten.

Zu den Abweichlern zählte auch Willi Braumann. Der 73-jährige Mediziner erklärte damals, dass er zunächst einmal weiterhin Mitglied der Fraktion bleiben werde. Wenige Wochen später wurde Braumann von der Partei nicht mehr für die Gemeinderatswahlen im Mai nominiert. In einer Kampfkandidatur unterlag er seinem Fraktionskollegen Thorsten Breitfeld. Braumann, einer der fleißigsten Stimmensammler seiner Partei, zog daraus die Konsequenzen und trat aus der CDU-Fraktion aus. Auch sein Parteibuch gab er zurück. Kurz zuvor wurde er vom CDU-Stadtverband noch für die 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Mit dem Austritt Braumanns hat die CDU-Fraktion in den vergangenen Monaten ein Viertel ihrer Mitglieder und auch den Rang der stärksten Partei im Böblinger Gemeinderat verloren. Die Konservativen sind nun noch mit acht Köpfen im Rat vertreten und damit gleichauf mit den Freien Wählern.

Ob die Ära Braumann im Gemeinderat damit nach vielen Jahren endet, lässt der ehemalige CDU-Mann offen. Auf einer anderen Liste kandidieren wie Kollege Jürgen Kienle, der es auf dem Ticket der Freien Wähler in Dagersheim versucht, kommt für Willi Braumann nicht in Frage. Allerdings möchte er nicht ausschließen, dass er mit einer eigenen Liste im Mai an den Start geht, erklärte er.

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