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Altes Amtsgericht und Herrenberger Mauerwerk planen Kooperation

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    Politkabarettist Thomas Schreckenberger eröffnet das Programm im Alten Amtsgericht Fotos: red

Das Alte Amtsgericht in Böblingen und das Mauerwerk in Herrenberg haben regelmäßig hochkarätige Kabarettisten und Comedians zu Gast. Allerdings gibt es immer wieder Künstler, die sich einer allein nur schwer leisten kann. Aus diesem Grund wollen beide Kleinkunstveranstalter in Zukunft gemeinsame Sache machen.

Artikel vom 09. Januar 2019 - 10:00

Von Eddie Langner

BÖBLINGEN/HERRENBERG. "Das Alte Amtsgericht und das Mauerwerk sind sozusagen Nachbarn. Und wie es sich für gute Nachbarn gehört, arbeiten wir auch gerne zusammen", heißt es auf der Homepage des Herrenberger Gastro- und Kulturhauses. "Konkurrenz ist uns kein Fremdwort, aber dennoch wissen wir, dass es sich gemeinsam viel schöner arbeiten lässt", findet Geschäftsführer Johannes Storost, der künftig mit dem Böblinger "Kultourmacher"-Verein gemeinsame Vorteile nutzen will und dadurch den Gästen "mit gebündelter Kraft tolle Künstler anbieten will".

Bis die Gäste der beiden Veranstaltungsstätten das erste Mal von dieser Kooperation profitieren werden, wird es noch etwas dauern. Erst im Herbst, am 25. und 26. September, ist mit dem vielfach ausgezeichneten Potsdamer Polit-Kabarett-Duo Schwarze Grütze ein Wunschkandidat beider Veranstalter zuerst in Böblingen und tags darauf in Herrenberg zu Gast.

Nach dieser Premiere wollen die "Kultourmacher" und der Mauer(netz)werker in Zukunft öfter große Fische aus dem großen Kleinkunst-Teich fischen. Die nächste Gelegenheit, gemeinsam die Angelrute auszuwerfen haben die neuen Kooperationspartner schon ab dem 21. Januar bei der Freiburger Börse. Bei dieser Kleinkunstmesse gehen die Veranstalter quasi auf Shoppingtour. Im Breisgau präsentieren sich nämlich etablierte Künstler und vielversprechende Newcomer. Die "Kultourmacher" und Johannes Storost vom Mauerwerk sind jedes Jahr vor Ort, um ein paar dieser Künstler zu buchen.

Aber auch schon jetzt ist in beiden Häusern viel geboten. Die "Kultourmacher" haben dazu einen Newsletter verschickt, in dem sie auf die Programmhöhepunkte des kommenden Halbjahres hinweisen. Außerdem haben die Böblinger Kabarett- und Comedy-Veranstalter noch einige weitere Überraschungen geplant.

Den Anfang macht kommende Woche Thomas Schreckenberger. Der Gechinger Politkabarettist präsentiert am Mittwoch, 16. und Donnerstag, 17. Januar, sein neues Programm "Hirn für alle" als Vorpremiere in dem kleinen Theater auf dem Schlossberg. Die beiden Vorstellungen sind allerdings bereits seit einiger Zeit ausverkauft. "Es gibt eine Warteliste", heißt es im Newsletter der "Kultourmacher". Schreckenberger hat das Alte Amtsgericht im Gespräch mit der Kreiszeitung einmal als "sein Wohnzimmer" bezeichnet. Schließlich tritt er bereits seit den 90er-Jahren dort auf. Die eigentliche Premiere feiert er traditionell in der renommierten Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Bis es am 19. März soweit ist, probiert er das neue Material noch in mehreren Vorpremieren aus.

Wer das Vorgängerprogramm "Ene, mene, muh - wem traust du?" noch einmal sehen möchte, hat dazu übrigens am kommenden Samstag, 12. Januar, um 20 Uhr im Klösterle in Weil der Stadt Gelegenheit. Die Manufaktur (http://www.manufaktur-wds.de) hat den Politkabarettisten an diesem Abend zu Gast.

Schreckenberger: Auftritte in Weil der Stadt und Böblingen

Im Alten Amtsgericht geht es dann am 30. Januar weiter. Liza Kos, die bereits beim vergangenen "Sommer am See" in Böblingen zu Gast war, spielt noch einmal ihr Programm "Was glaub' ich, wer ich bin?". Am 6. Februar folgt Olaf Bossi, Mechthild-Finalist 2017. Der Liedermacher-Kabarettist hat unter dem Motto "Harmoniesüchtig" neue Songs und Pointen im Gepäck.

Wie schon in den Vorjahren gibt es auch diesmal am 14. Februar wieder ein "Valentinstag-Spezial" im Alten Amtsgericht. Diesmal erwartet die Besucher ein musikalisch-kulinarischer Abend mit dem Kammerorchester Asamblea Mediterranea. Am 20. Februar präsentiert dann die Böblinger Autorin Andrea Vogelgsang alias Nessa Altura Sternzeichen-Stories unter dem Motto "Steinbock, Skorpion & Stier". Danach machen die "Kultourmacher" dem Wortteil "Tour" in ihrem Vereinsnamen alle Ehre: In der Kongresshalle Böblingen steuern sie am 6. März mit dem Künstlerpärchen Roger Stein und Sandra Kreisler (Tochter von Georg Kreisler) einen kabarettistischen Leckerbissen zum traditionellen Aschermittwochs-Fischsuppenessen bei.

Weitere Höhepunkte im ersten Programmhalbjahr auf dem Schlossberg versprechen der erst 26 Jahre alte bayerische Senkrechtstarter Martin Frank, der am 20. März zusammen mit Franziska Wanninger auftritt, Thomas Nicolai (3. April), Roger Stein (17. April), Erik Lehmann (8. Mai) und Johannes Flöck (22. Mai).

Ein Abend zu Ehren von Leonardo da Vinci

Etwas aus dem Rahmen fällt am 2. Mai ein geplanter Abend, der Leonardo da Vinci gewidmet sein soll. Anlässlich des 500. Todestags des Renaissance-Universalgenies wollen die Kleinkunstmacher das Leben und vielfältige Wirken des genialen Geistes würdigen. Sogar ein "Abendmahl" wollen die "Kultourmacher" in Anlehnung an das berühmte Gemälde inszenieren.

Im Sommer schließt sich für drei Monate der Vorhang in dem für 90 Zuschauer ausgelegten Theater. Erst im September geht es mit dem zweiten Halbjahresprogramm weiter. Damit die Wartezeit nicht gar so lang ist, holen die "Kultourmacher" in Zusammenarbeit mit dem Böblinger Kulturamt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Sommer am See" den Mechthild-Gewinner von 2017 in die Alte TÜV-Halle: Am 4. September spielt dort der bayerische Musikkabarettist Martin Schmitt sein Programm "Bässdoff".

Eine Woche Weihnachtsprogramm statt Böblinger Comedy-Festival

Der traditionelle kabarettistische Jahreshöhepunkt fällt dieses Jahr bekanntlich aus: Wegen Renovierungsarbeiten in der Kongresshalle Böblingen findet das nächste Comedy-Festival erst im Jahr 2020 statt (wir berichteten). Der Termin steht bereits: Am 19. Dezember soll die Mechthild ein weiteres Mal verliehen werden. Viel mehr ist aber noch nicht bekannt,. "Alles steht auf dem Prüfstand", berichtet Vorstandsmitglied Gerhard Gamp von der letzten Teamsitzung des Vereins am Montag dieser Woche.

So ganz ohne Glanz wollen die "Kultourmacher" das Jahr aber nicht ausklingen lassen. Deshalb ist für die Woche vom 9. bis 14. Dezember viel geplant im Alten Amtsgericht. Unter dem Motto "XXL X-Mas" wird Michael Heissig am 11. und 12. Dezember in seiner Rolle als Hildegard-Knef-Zwillingsschwester ein Weihnachtsprogramm spielen und am Samstag, 14. Dezember, wollen alle Vereine mit Sitz im Alten Amtsgericht zu einem großen Fest einladen.

http://www.diekultourmacher.de http://www.mauerwerk.de
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