Musikalische Grüße aus Amerika

Am Freitag beginnt das Böblinger Pianistenfestival

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    Eugène Mursky

Artikel vom 07. Januar 2019 - 16:42

BÖBLINGEN (red). Der programmatische Schwerpunkt des diesjährigen Internationalen Pianistenfestivals in Böblingen liegt auf Amerika. Es erklingen zwischen 11. Januar und 8. Februar etliche amerikanisch geprägte Musikwerke - darunter Kompositionen von Gershwin und Bernstein. Mit George Crumb, John Novacek und Steve Reich finden sich auch zeitgenössische Komponisten im Programm.

Den Auftakt im Württembergsaal der Kongresshalle Böblingen gestaltet am Freitag, 11. Januar, um 20 Uhr der Russe Eugène Mursky. Neben Mozart und Chopin wird er drei Préludes des Amerikaners George Gershwin vorspielen. Mit George Crumb bringt er aber auch Musik eines lebenden Komponisten zu Gehör. Der 89-jährige Crumb definiert seine Klaviermusik in der Tradition deutscher Romantik, wenn auch im zeitgenössischen Klanggewand. Ihn faszinieren Sujets wie die magischen Eigenschaften der Musik, die Zeitlosigkeit der Zeit und ein Gefühl für die tiefgründigen Ironien des Lebens.

Am bekanntesten in Europa ist vielleicht Steve Reich, der zu den Hauptvertretern der Minimal Art zählt. Seiner Musik widmen sich am 18. Januar Sebastian Manz, Sebastian Studnitzky und Martin Klett (Solisten des SWR-Sinfonieorchesters). Reich ist auch einer der wenigen, die Preise von großer Bedeutung geliehen bekam - darunter der Praemium Imperiale ("Nobelpreis der Künste") in der Sparte Musik, der Pulitzer-Preis sowie der Polar-Musikpreis. Mit Leonard Bernsteins Sonate für Klarinette und Klavier gibt es an diesem Abend zudem eine Melange aus jazzigen Elementen und klassizistischer Formensprache.

George Gershwins Drei Preludes und seine Rhapsodie in Blue stehen am 8. Februar auf dem Programm (es spielen Evgenia Rubinova und Evgeny Konnov). Leon Kirchers Interlude II und Aaron Coplands Piano Variations zählen zur universellen, klassischen Moderne (1. Februar, am Klavier: Sahun Hong).

Dazu zählt auch Charles Ives Concord-Sonata, die laut Festivalorganisator Ulrich Köppen wegen ihrer anspruchsvollen Monumentalität und Spieldauer eine echte Programmrarität darstellt. Fabian Müller wird dieses Werk am 25. Januar präsentieren. Der Untertitel der Sonate "Concord, Mass., 1840-60" verweist auf den programmatischen Charakter des Werks, dessen vier Sätze sich jeweils auf berühmte amerikanische Literaten beziehen.

Das komplette Programm gibt es unter http://www.pianistenfestival-bb.de im Netz. Kartentelefon: (0 70 31) 4 91 02 65 (Mercaden), oder 87 92 94 (Stern-Center).

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