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Mehr als bloße Übersetzung

Seit Oktober gibt es den Sprachvermittler-Pool des Landratsamtes - 17 Sprachen im Angebot

Artikel vom 07. Januar 2019 - 13:42

KREIS BÖBLINGEN (red). Im Herbst ist der Startschuss für die landkreisweite Koordinierungsstelle Sprachvermittler-Pool gefallen. Die Auftaktveranstaltung fand bei der Hoffnungsträger-Stiftung in Leonberg statt. Initiator und Ideengeber ist das Landratsamt Böblingen, das das Konzept für eine landkreisweite Koordinierungsstelle für Sprachvermittelnde ausgeschrieben hat. Den Zuschlag hat die Hoffnungsträger Stiftung erhalten.

Der Begriff Sprachvermittelnde wurde gewählt, um aufzuzeigen, dass es sich nicht um einen "vereidigten" Dolmetscher- oder Übersetzungsdienst handelt. Vielmehr um einen Dienst, der sprachliche und kulturelle Kenntnisse zusammenführt und sich gezielt auf die Bedürfnisse der Auftraggeber ausrichtet, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Mit der Koordinierungsstelle wird sichergestellt, dass für alle Stellen im Landkreis Böblingen, die Bedarf haben, ein Sprachvermittler-Pool zur Verfügung steht", erläutert Sozialdezernent Alfred Schmid. Die Stellen wenden sich mit ihrem Sprachvermittler-Bedarf an die Koordinierungsstelle der Hoffnungsträger-Stiftung und zahlen einen entsprechenden Betrag für vermittelte und geleistete Sprachvermittlerdienste. Kosten für die Sprachvermittlung sind 22,50 Euro pro Stunde plus Fahrkosten, die vom Auftraggeber übernommen werden.

Die Qualifizierung erfolgt mit einem strukturierten Schulungsmodell, heißt es weiter: die Klärung der Rolle der Sprachvermittelnden, die Einführung in interkulturelle Kompetenz, der Umgang mit Vorurteilen, der Selbstschutz und die emotionale Verarbeitung während und nach den Einsätzen. Einsätze werden evaluiert, und eine Qualitätskontrolle wird eingeführt.

Weitere Akteure gesucht

Das Landratsamt unterstützt das Projekt dabei nicht nur finanziell, sondern auch mit den eigenen, bereits aufgebauten Pools von Sprachvermittelnden. Darin stehen mehr als 30 Personen zur Verfügung. Diese reichen allerdings nicht aus, um den landkreisweiten, vielfältigen Bedarf zu decken. Die Hoffnungsträgerstiftung wird deshalb selbst weitere Sprachvermittelnde für die Koordinierungsstelle suchen.

Albanisch, Arabisch, Bulgarisch, Englisch, Farsi, Französisch, Kroatisch, Kurdisch, Kurmanci, Sorani, Paschtu, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch, Thailändisch und Türkisch sind die Sprachen, die gebucht werden können. Bei Bedarf, können weitere Sprachen in das Angebotsrepertoire aufgenommen werden.

"Wir freuen uns auf ein neues Angebot im Landkreis, das mit Vertraulichkeit, Respekt, Integrität und Qualität die Kommunikation zwischen Menschen verschiedener Kulturen und Sprachen erleichtern wird", fasst Alfred Schmid zusammen. Die Laufzeit für die Koordinierungsstelle beträgt zunächst ein Jahr und wird bei erfolgreicher Evaluierung für ein weiteres Jahr verlängert.

Interessenten können sich bei Sabine Hoene von der Koordinierungsstelle der Hoffnungsträger Stiftung unter Telefon (0 71 52) 5 69 83 14 oder unter shoene@hoffnungstraeger.de per Mail melden oder bei der Integrationsbeauftragten des Landkreises Carolina Monfort Montero unter Telefon (0 70 31) 6 63 22 08, Mail c.monfort-montero@lrabb.de. Auf der Homepage https://hoffnungstraeger.de kann das Anfrageformular für Übersetzungen heruntergeladen werden.
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