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Traum vom Zaubertheater auf dem Flugfeld ist endgültig geplatzt

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    Foto: www.strotmanns.com

Artikel vom 02. Januar 2019 - 12:30

BÖBLINGEN/SINDELFINGEN (red). Jetzt ist er ausgeträumt, der Traum vom Zaubertheater auf dem Flugfeld. Thorsten Strotmann verwirft endgültig den Plan, dort einen Nachfolgebau für eine Stuttgarter Magic Lounge zu bauen. Das teilt der Zauberkünstler per Mail an die Kreiszeitung mit.

Fast ein ganzes Jahr lang hatte er sich darum bemüht, mit dem Zweckverband Flugfeld und den Verwaltungen von Böblingen und Sindelfingen zu einer Einigung zu kommen. Schließlich hätte nicht nur in kultureller Hinsicht vieles für das Projekt gesprochen: Sieben Millionen Euro wollte er investieren. Rund 500 000 Euro Gewerbesteuereinnahmen hätte das Theater nach Schätzungen des Close-up-Magiers und Unternehmers pro Jahr abgeworfen.

Noch im Juni schien eine Einigung zum Greifen nah. Letztlich aber scheiterte das Bauvorhaben wohl an behördlicher Trägheit, mangelndem Willen und - zumindest aus Strotmanns Sicht - unaufrichtiger Kommunikation. Letztere erklärt auch, warum im September, nach monatelangem Warten auf einen gemeinsamen Gesprächstermin mit allen Entscheidungsträgern, Bedingungen auf den Tisch kamen, die Strotmann für längst geklärt gehalten hatte - darunter der vorgeschriebene Bau einer Tiefgarage und ein obligatorischer Architektenwettbewerb. All dies hätte das Projekt für den bauwilligen Zauberkünstler deutlich teurer und riskanter werden lassen. Deshalb zog er schließlich die Reißleine und machte seinem Ärger in einem Facebook-Post Luft.

Dieser Post schlug hohe Wellen in den Medien und in der Bevölkerung. Auch in den Ratsgremien wurde kontrovers diskutiert. Die Verwaltung berief sich auf das Prinzip der Gleichbehandlung. Dieses gelte für alle Investoren auf dem Flugfeld, weswegen man Strotmanns Projekt - so gewinnbringend es auch sein mag - auch keinen Sonderstatus einräumen wollte.

Noch bis vor einigen Wochen liefen im Hintergrund Verhandlungen. Vor allem der Kleinkunstveranstalter Gerhard Gamp, den mit Strotmann eine langjährige Freundschaft verbindet, warb eifrig für das Theater. Gamp bezeichnete es als "ein Juwel für Böblingen". Am Ende sollte es aber nicht sein. Strotmann bedauert das: "Wir hatten uns echt überlegt, ob wir nochmal etwas auf dem Flugfeld erreichen wollen, da es so viel Zustimmung aus der Bevölkerung gab", schreibt er in seiner Mail an die Kulturredaktion.

Leonberg buhlt um den Magier

Wird das Theater also jetzt in Leonberg gebaut? Dort hat die Verwaltung dem Zauberkünstler einen Bauplatz direkt neben dem Multiplex-Kino "Traumpalast" in Aussicht gestellt. "Wir haben dort vor dem Gemeinderat eine Präsentation gemacht", berichtet der Magier. "Noch ist aber nichts entschieden", hält er sich mehrere Optionen offen. Auch eine Vergrößerung der Magic Lounge am bisherigen Standort in Cannstatt wäre denkbar. "In den kommenden drei bis vier Monaten wird es eine Entscheidung geben", kündigt Strotmann an.

(Beitrag aus unserem Jahresrückblick, Silvesterausgabe)

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