Veränderung in Köpfen und Herzen

Das Deutsche Rote Kreuz ehrt seine Jubilare - Präsident Michael Steindorfner findet klare Worte zur Bezahlung seiner Mitarbeiter

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    Die geehrten DRK-Mitarbeiter sowie die Ruheständler mit Repräsentanten des DRK-Kreisverbandes Böblingen Foto: red

Michael Steindorfner, Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen, ehrte zuletzt im Großen Foyer des DRK-Zentrums auf dem Flugfeld Böblingen-Sindelfingen seine hauptamtlichen Mitarbeiter für ihre langjährige Tätigkeit im Verband. Insbesondere zum Thema Vergütung der Jubilare nahm Steindorfner klar Stellung.

Artikel vom 10. Dezember 2018 - 18:24

KREIS BÖBLINGEN (red). Dankbarkeit für das humanitäre Engagement und die Solidarität in der Gesellschaft - das stand im Mittelpunkt der Ehrungsveranstaltung der langjährigen hauptamtlichen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Böblingen. "Unsere Gesellschaft darf und muss gerade Ihnen dankbar dafür sein, dass Sie noch ein Herz für Ihre Mitmenschen haben, das Wort Solidarität noch nicht aus ihrem Wortschatz gestrichen, sondern die Idee des Roten Kreuzes verinnerlicht haben und diese Ideale in die Tat umsetzen", betonte Michael Steindorfner, Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen bei der Veranstaltung im Großen Foyer des DRK-Zentrums auf dem Flugfeld. Neben der Ehrung zahlreicher langjährigen Mitarbeitern wurden auch einige Kollegen in den Ruhestand verabschiedet.

Steindorfner erklärte, es stimme in einer Zeit der Egozentrik und Abschottung ungemein zuversichtlich, dass es Menschen wie die Jubilare in der Arbeitswelt gebe, die viel Zeit und Kraft opfern würden, um anderen zur Seite zu stehen. Menschen die sich einsetzen und zupacken, um anderen in Not zu helfen und - auch das sagte der Präsident in aller Offenheit - nicht immer die Anerkennung, die Wertschätzung und die Entlohnung bekommen würden, die sie eigentlich erhalten müssten und verdient hätten.

"Ich weiß schon, was unsere Aufgabe in der Führung ist, dass wir auch unseren Part dazu leisten müssen, damit die Rahmenbedingungen stimmen", betonte Steindorfner in diesem Zusammenhang, "sie sollen nicht nur schöne Worte bekommen, sondern diese Wertschätzung auch in Ihrem Geldbeutel wiederfinden." Er sehe eine seiner Hauptaufgaben darin, als ehrenamtlich arbeitender Präsident des DRK-Kreisverbands alles zu tun und zu versuchen, "dass Sie die Ihrem Einsatz und Ihrem Engagement angemessene und adäquate Bezahlung für die weiß Gott schwierige Aufgabe bekommen, die Sie in den Pflegeheimen oder im Rettungsdienst, um nur zwei Bereiche zu nennen, leisten."

Die Gesellschaft müsse endlich einmal kapieren, dass sie einerseits in existenziellen Lebensbereichen nicht immer nur das Optimum für sich fordern könne, auf der anderen Seite aber nicht bereit sei, denen, die für dieses Optimum Sorge tragen würden, die angemessene Bezahlung zu gewähren, ärgerte sich Steindorfner. Hundert und mehr Euro für das Vergnügen auszugeben, spiele für die meisten keine Rolle, aber wehe, die Kranken- oder Pflegeversicherungsbeiträge werden um fünf Euro im Monat erhöht, um beispielsweise angemessene Gehälter bezahlen zu können.

"So lange wir diesen Widerspruch in unserer Gesellschaft nicht auflösen, werden wir nicht wirklich entscheidend vorankommen", stellte Steindorfner fest, "deshalb müssen wir kämpfen. Für eine Veränderung in den Köpfen und Herzen der Verantwortlichen Politiker und Verbandsfunktionäre müssen wir in die Öffentlichkeit gehen und mit unserem Können und unseren Leistungen den Mitmenschen klar machen, dass dies auch in Zukunft nur möglich sein wird, wenn man bereit ist, dafür das Nötige zu zahlen."

Er werde keine Gelegenheit mehr auslassen, dies bei jedweder Gelegenheit zum Thema zu machen und der Öffentlichkeit die Augen für diese Problematik zu öffnen. Wer so viel für seine Mitmenschen geleistet habe und leiste, sei es wert, dass man sich für sie verkämpfe. Erneut wendet sich Steindorfner an seine Mitarbeiter: "Sie machen mit Ihrer Arbeit Hoffnung für die Zukunft und bieten die Gewähr dafür, dass der Gedanke der Humanität nicht nur in dieser Gesellschaft, sondern weltweit, wie die Rot-Kreuz-Organisation nun mal aufgestellt ist, nicht in Vergessenheit gerät, weiter lebt und unermüdlich weiter umgesetzt wird." Das sei der Markenkern, aber auch das Markenzeichen des Roten Kreuzes, so wie es Henry Dunant vorgegeben habe: "Helfen, ohne zu fragen, wem."

Hauptamtliche Tätigkeit im DRK-Kreisverband Böblingen
35 Jahre: Hans Bauer (Pflegezentrum Sindelfingen).
30 Jahre: Larissa Jörg (Pflegezentrum Sindelfingen).
25 Jahre: Jürgen Schmid (Altenpflegeheim Böbingen), Manfred Coßmann (Altenpflegeheim Holzgerlingen). Monika Gommel und Elke Haug (Altenpflegeheim Renningen), Ingeborg Proft (Soziale Dienste).
20 Jahre: Dietmar Dietz und Irene Österle (Altenpflegeheim Böblingen), Michael Rimpp und Natali Schmidt (Altenpflegeheim Holzgerlingen), Norbert Hiemer, Lina Pak und Gordana Vranic (Altenpflegeheim Renningen), Ralph Fuchs (Rettungswache Leonberg/Malmsheim).
15 Jahre: Borka Blazinovic und Sigrun Schlick (Altenpflegeheim Aidlingen), Susan Hovsepyan und Cornelia Schneeberg (Altenpflegeheim Böblingen), Betina Hampe (Altenpflegeheim Herrenberg), Katarina Abel-Pfitzinger (Altenpflegeheim Jettingen), Regina Hackstuhl (Altenpflegeheim Magstadt), Andrea Fromm (Altenpflegeheim Renningen), Heidi Marek (Altenpflegeheim Rutesheim), Anna Jung (Integrierte Leitstelle), Dagmar Kasper (Personalwesen), Stephan Abele und Thomas Schradi (Rettungswache Leonberg/Malmsheim), Artur Andrzejczuk, Petra Golze, Sven Peters und Jürgen Schmid (Rettungswache Sindelfingen), Werner Klauss (Rettungsdienst Werkstatt).
In den Ruhestand verabschiedet: Elena Slavova (Altenpflegeheim Böblingen), Angelika Heiderich (Altenpflegeheim Herrenberg), Josefa Reisch-Goretzki (Altenpflegeheim Holzgerlingen), Nuta Gommel und Gisela Himmelseher (Altenpflegeheim Malmsheim), Eva-Maria Teitge (Altenpflegeheim Renningen), Veronika Heck (Altenpflegeheim in Rutesheim), Georg Seyfried (Rettungswache in Leonberg).

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