Anzeige

Bereit für die Kinderbetreuung

24 Tagespflege-Eltern haben Weiterbildung abgeschlossen - Bedarf steigt mit der Geburtenrate

  • img
    Die neuen Tagespflegepersonen mit Vertretern des Landkreises und der Pflegeelternvereine Foto: red

160 Unterrichtsstunden haben 24 Bürger aus dem Landkreis hinter sich gebracht und dürfen sich nun Tagespflegemütter beziehungsweise Tagesvater nennen. Diese Woche haben sie ihr Zertifikat für die abgeschlossene Weiterbildung erhalten.

Artikel vom 23. November 2018 - 16:30

KREIS BÖBLINGEN (red). 23 Tagesmütter und ein Tagesvater können jetzt loslegen. Der Böblinger Landrat Roland Bernhard verlieh ihnen ein Zertifikat mit Urkunde, das ihre Fortbildung mit insgesamt 160 Unterrichtseinheiten bescheinigt. Damit können sie nun Kinder im eigenen Haushalt (Modell TAKKI) oder in angemieteten Räumen (Modell TaPiR) betreuen.

Der Landrat betonte, dass Tagesmütter- und Väter einen Beitrag zur Sicherung der Kindertagesbetreuung im Landkreis leisten würden. "Der Pakt für gute Bildung und Betreuung kommt uns sehr entgegen", sagte Bernhard. Das Maßnahmenpaket solle den Ausbau der Kindertagespflege stärken und würdige die Leistung der Tageseltern.

"Es wäre schön, wenn wir noch mehr Frauen und Männer für die Kindertagespflege gewinnen könnten, denn wir verzeichnen steigende Geburtenzahlen und der bundesweite Trend nach einer kurzen Babypause wieder in den Beruf zurückzukehren ist auch im Landkreis Böblingen zu beobachten", sagte Roland Bernhard weiter. "Die Nachfrage nach Tagespflegepersonen vor allem für Kinder unter drei Jahren ist ungebrochen hoch", erklärten unisono die Geschäftsführerinnen der beiden Tages- und Pflegeelternvereine im Landkreis, Katrin Müller und Marion Röcker.

Ausbildung in den Abendstunden

Die Qualifizierung erfolgt nach den Vorgaben des Deutschen Jugendinstituts in Kursmodulen in der Regel in den Abendstunden. Sie umfassen Themen wie die Gestaltung der Kontakt- und Eingewöhnungsphase, die Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Tagespflegeperson und Eltern sowie dem Bildungsauftrag in der Kindertagespflege.

Die ersten 30 Einheiten lernen die angehenden Tageseltern Grundlagenwissen. Wenn diese abgeschlossen sind, kann ein Kind aufgenommen werden. Anschließend finden die folgenden 130 Unterrichtseinheiten praxisbegleitend statt. Für Tagespflegepersonen, die im Rahmen von TAKKI oder TaPiR Kinder betreuen, werden die Kosten für diese Weiterbildung vom Böblinger Landratsamt erstattet.

Seit Herbst 2008 besteht das Modell TAKKI (Tagespflege für Kleinkinder im Landkreis Böblingen). Für Eltern, die ihr Kleinkind unter drei Jahren in Tagespflege betreuen lassen, entstehen die gleichen Kosten wie für eine Betreuung in den Kindertageseinrichtungen des jeweiligen Wohnortes. Tagespflegeeltern erhalten das Betreuungsentgelt, Urlaubs- und Krankengeld bekommen sie von den Gemeinden oder Städten ausbezahlt.

Neben der klassischen Tagespflege gibt es im Landkreis Böblingen auch das Modell TaPiR (Tagespflegestellen in anderen geeigneten Räumen). In der Regel bieten zwei Tagespflegepersonen eine Betreuung von maximal neun Tageskindern an. Der Schwerpunkt von diesem Angebot liegt in der Flexibilität. "Die Tageseltern können so auf die einzelnen Bedürfnisse eingehen und individuelle Fördermöglichkeiten anbieten", heißt es von Seiten des Landratsamtes. Aktuell gibt es im Landkreis acht TaPiRe, weitere sind in Planung.

Verwandte Artikel