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John Rutters Requiem wird am Wochenende aufgeführt

Nachgefragt

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    Daniel Tepper

Wenn Bezirkskantor Daniel Tepper ruft, dann kommen sie alle: Bei John Rutters Requiem jetzt am Wochenende werden in der Sindelfinger Martinskirche mit dem Kinder- und Jugendchor, der Cappella Nuova und dem Sinfonischen Stiftshoforchester Sindelfingen über 100 Menschen zusammen musizieren.

Artikel vom 21. November 2018 - 18:12

Hallo Herr Tepper, wie lief die Vorbereitung zu diesem Großprojekt?

Wir haben uns seit Ostern in den Ensembles Zeit genommen, das Werk gründlich und genau zu studieren. Da wir im Juli nebenher noch die "Misa Latina" für die Sindelfinger Wassermusik erarbeitet haben, mussten wir zeitweise zwei Konzertprogramme parallel vorbereiten.

Wie gefällt den jungen Sängern das Requiem? Klingt auf dem Papier ja eher nach schwerer Kost für Kinder.

John Rutter ist in der Kinder- und Jugendchorliteratur kein unbekannter Name - der Sindelfinger Jugendchor hat einige Werke von Rutter im ständigen Repertoire. Der lateinische Text kann für mache Sänger eine Hürde sein, bei Rutters Requiem sind allerdings einige Passagen in Englisch vertont. Wir haben im Jugendchor bewusst über die Inhalte der Stücke gesprochen, damit allen klar ist, was wir singen. So hat der Jugendchor ein wunderschönes Solo mit Worten des 23. Psalms. Inzwischen können die Sänger ihre Stellen auswendig - und damit ist der Spaßfaktor nochmal größer.

Warum haben Sie sich für Rutters Requiem entschieden?

Ich schätze seine Klangsprache, die farbigen Orchestrierungen und die Zugänglichkeit seiner Musik. Das Requiem kannte ich nur als Einspielung, war beim Hören aber von der Atmosphäre und dramaturgischen Spannung sofort angetan. Das Werk fokussiert neben Leid und Vergänglichkeit die Themen Ewigkeit und Erlösung. Requiem-Vertonungen mit einem solchen Schwerpunkt sind rar.

Warum ist das Requiem von Rutter eher unbekannt im Vergleich zu anderen?

Im Gegensatz zu Verdi, Berlioz oder Britten vermeidet Rutter in diesem Werk dramatische Spektakel. Er setzt bewusst einen überschaubaren Orchesterapparat ein. Mit diesem unkonventionellen Zugang verlässt er die Linie der "klassischen" Requiem-Komposition - Rutter geht neue Wege und erschafft ein "Requiem of our time". Ich bin sicher, das Werk wird sich auch in unserem Kulturbetrieb immer größerer Beliebtheit erfreuen. (lad)

Am Samstag, 24. November, um 19 Uhr und Sonntag, 25. November, um 18 Uhr wird neben Rutters Requiem auch noch die Kantate "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" von Johann Sebastian Bach und das Adagio Opus 11 von Samuel Barber aufgeführt. Karten kosten 20 und 17 Euro, ermäßigt acht Euro. Vorverkauf beim i-Punkt Sindelfingen und unter (07 31) 94 32 5.
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