Anzeige

Wiener Abend mit Kies und Konarek

Liederabend mit Anekdoten im Altdorfer Bürgerhaus

  • img
    Kies (links) mit Konarek Foto: red

Artikel vom 19. November 2018 - 18:00

ALTDORF (red). Ernst Konarek, Staatsschauspieler aus Wien, war am Samstag auf Einladung der Kulturinitiative Altdorf zu Gast im Bürgerhaus. Der Saal war ausverkauft - Ernst Konarek ist im Kreis Böblingen gut bekannt. Lange Zeit war er Mitglied des Staatstheaters Stuttgart. Bekannt wurde er durch seine Qualtinger-Adaption des "Herrn Karl" im Theaterhaus Stuttgart. Den interpretiert er noch heute. "Der passt wieder gut in die heutige Zeit", sagt er.

Nach Altdorf ins Bürgerhaus ist Ernst Konarek an diesem Abend gekommen, um mit seinem langjährigen Künstlerkollegen Ernst Kies einen Wiener Abend zu gestalten. Als "Wiener Mischung" hatte die Kulturinitiative Altdorf das Programm angekündigt. Die Mischung war ein Liederabend mit Wiener Kaffeehausmusik gespickt mit Anekdoten und Geschichten vom Leben und Sterben in der österreichischen Metropole. Ernst Konarek liebt die Volksnähe, das Ursprüngliche der Besenwirtschaft . . . und er liebt den wienerischen Charme und den Schmäh.

73-jähriger Vollblutschauspieler begeistert mit Lebendigkeit

Schon nach den ersten Liednummern war das Publikum von der Spritzigkeit und der Lebendigkeit des 73-jährigen Vollblutschauspielers begeistert. Eindrucksvoll war auch die musikalische Begleitung durch den aus Kasachstan stammenden Knopfakkordeonspieler Ernst Kies, der seinem Künstlerkollegen nicht nur die musikalische Orientierung vorgab, sondern durch seine virtuose Stimme häufig in zweiter Stimmlage die klangliche Vollendung vollzog.

Als Ernst Konarek dann das Hans-Moser-Lied von der "Reblaus" präsentierte, hatte er das Publikum endgültig für sich eingenommen. Er imitierte überzeugend einen Trunkenbold am Ende der Zechtour, phantasierte über österreichisch böhmische Mehlspeisen oder schauspielerte einen Ober im Wiener Kaffeehaus mit dem ihm eigenen trockenen Witz. Dass sich dann der typisch wienerische schwarze Humor beim Thema "Wiener Zentralfriedhof" anschloss, war folgerichtig. Dass einem da bei der einen oder anderen Pointe oder Anekdote das Lachen im Hals stecken blieb, konnte nicht ausbleiben.

Aber Ernst Konarek verstand es dann immer wieder vorzüglich, das Publikum mit bekannten Ohrwürmern zu bedienen, die dieses begeistert aufnahm, mitsang und mitklatschte. So war natürlich auch der "Ach-Schnucki-fahrn-mer-nach-Kentucky"-Song ein voller Erfolg.

Drei Zugaben spendierte das Duo dem Publikum. Hatte doch schon Konarek etwas frühzeitig nach der Pause sein Programm für "beendet" erklärt. Aber er wollte ja nicht vom immer wieder aufflammenden Beifall fertig gemacht werden, wie er schlitzohrig anmerkte. So konnten die Gäste die angebotenen österreichischen Spezialitäten - zubereitet von der Kulturinitiative - in Ruhe genießen.

Verwandte Artikel