Kommunalwahl: Abweichler nicht auf CDU-Liste

Böblinger CDU-Stadtverband bleibt nach Streit um die Entschädigung von Erdhebungs-Opfern gespalten

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    Willi Braumann Foto: red

Artikel vom 19. November 2018 - 07:00

BÖBLINGEN (jps). Die Kommunalwahl im kommenden Jahr wirft ihre Schatten voraus. Nach und nach nominieren die Parteien ihre Kandidaten für die Wahlzettel, die am 26. Mai in den Wahlkabinen ausliegen werden. Geht es nach dem Vorstand und der Findungskommission der Böblinger CDU, dann sollen drei Namen dort nicht mehr stehen: Daniela Braun, Jürgen Kienle und Willi Braumann. Dies wurde am Wochenende im Umfeld des CDU-Stadtverbands bekannt.

Über diesen Vorschlag werden alle CDU-Mitglieder am kommenden Samstag, 24. November, auf der Nominierungsveranstaltung in der Kongresshalle abstimmen. Es steht den dreien frei, dort für einen Listenplatz gegen einen Parteifreund anzutreten. Daniela Braun und Jürgen Kienle haben dem Stadtverband allerdings schon vor Wochen mitgeteilt, nicht wieder für die CDU-Liste antreten zu wollen.

Der Entscheidung war ein parteiinterner Streit um die Entschädigung von Erdhebungs-Opfern vorausgegangen. Die beiden Stadträte Braun und Braumann und der Dagersheimer Ortschaftsrat Kienle forderten einen staatlichen Hilfsfonds für die Geschädigten. Der Rest der CDU-Fraktion im Böblinger Gemeinderat lehnt dies ab und folgt stattdessen der Argumentation der Interessengemeinschaft Erdhebungen (IGE). Diese will die bisher verfolgte Strategie weiterfahren: In einem aufwändigen, aber rechtssicheren Prozess die Ansprüche der Geschädigten feststellen und die Gelder der Versicherung verteilen. Erst in einem zweiten Schritt will die IGE die öffentliche Hand bemühen. Nachdem sich die drei Abweichler nicht mit dem Rest der Fraktion einigen konnten, traten Braun und Kienle aus dieser aus - Braumann hat diesen Schritt bis dato nicht getan.

Braumann: "Mich hat die Nicht-Platzierung sehr getroffen. Vor allem, da ich bei der vergangenen Wahl im Jahr 2014 die zweitmeisten Stimmen für die CDU geholt habe." Er geht davon aus, dass man an ihm "ein Exempel statuieren wolle". Der Gynäkologe gehört dem Gemeinderat seit 27 Jahren an. Der Böblinger CDU-Bundestagsabgeordnete und Stadtverbands-Pressesprecher Marc Biadacz betont hingegen: "Uns war es wichtig, gute Teamplayer für die Kommunalwahl aufzustellen und außerdem die Riege der Kandidaten zu verjüngen." Erstmals sind die ersten 15 der 32 Plätze abwechselnd mit je einer Frau und einem Mann besetzt.

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