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Sindelfingen: Szene 03 spielt Amadeus-Stück im Theaterkeller

Premiere am 9. November - Für Regisseur Spitzer schließt sich ein Kreis

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    Karsten Spitzer (zweiter von rechts) inszeniert "Amadeus" im Theaterkeller Foto: Szene 03

Artikel vom 29. Oktober 2018 - 19:18

Von Eddie Langner

SINDELFINGEN. Wenn die Sindelfinger Theatertruppe Szene 03 nächste Woche zur Premiere ihrer "Amadeus"-Produktion lädt, dürften nicht nur die Zuschauer sich in eine andere Zeit zurück versetzt fühlen. Bei genau diesem Stück hat nämlich Ensembleleiter Karsten Spitzer Ende der 80er-Jahre als junger Regieassistent am Lüneburger Stadttheater seine Bühnenleidenschaft entdeckt. "Es war damals eine sehr erfolgreiche Produktion", denkt der 1961 in Hannover geborene Spitzer gerne zurück an diese Zeit. "Ich stand ganz am Anfang. Durch die Arbeit bei diesem Stück habe ich sehr viel gelernt. Außerdem bin ich ein kleiner Mozart-Fan geworden", lächelt der Weil der Städter Schauspieler und Regisseur.

Heute steht Karsten Spitzer regelmäßig in Stuttgart auf der Bühne (unter anderem im KKT, im Wilhelma Theater und im Theater am Olgaeck). Zudem ist er immer wieder in diversen TV-Rollen zu sehen - unter anderem in Krimiserien wie "Tatort", "SOKO Stuttgart" oder "Heiter bis tödlich". Er spielte dabei bereits an der Seite von Walter Sittler, Saskia Vester und Walter Schultheiß.

Beim Theater Szene 03 hat er im Mai 2015 die Nachfolge von Jürgen Siehr als Leiter übernommen und seitdem einige sehenswerte Produktionen im Sindelfinger Theaterkeller inszeniert - darunter Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter" sowie drei heitere Einakter von Curt Goetz unter dem Titel "Hund im Hirn und andere Merkwürdigkeiten".

"Es ist wirklich ein Herzensstück"

Für das Theater Szene 03 hat die aktuelle Inszenierung eine besondere Bedeutung: Das Ensemble feiert damit sein 15-jähriges Bestehen. Auf der Bühne stehen einige bekannte Gesichter der Truppe, darunter Daniel Bayer und Christine Binder. Die weibliche Hauptrolle übernimmt Spitzers Tochter Jenny. Sie spielt Mozarts Frau Constanze.

"Es ist wirklich ein Herzensstück für mich", sagt Karsten Spitzer über die Inszenierung von Peter Shaffers "Amadeus". Der Zwei-Akter aus dem Jahr 1979 handelt von der neidvollen Rivalität zwischen Kapellmeister Antonio Salieri und Mozart. Shaffers Skript war die Vorlage für Milo Formans mit acht Oscar prämierte Verfilmung aus dem Jahr 1984. Der Film, in dem Mozart zum Teil mit schriller Punk-Frisur gezeigt wird, inspirierte ein Jahr später auch den österreichischen Popsänger Falco zu seinem Song "Rock me Amadeus".

Für Karsten Spitzer schließt sich mit "Amadeus" ein Kreis: Mehr als 30 Jahre, nachdem ihn in Lüneburg das Bühnenfieber gepackt hat, holt er das Stück erstmals nach Sindelfingen in den Theaterkeller. Spitzer fasziniert an Peter Shaffers Drama, dass es auf drei Ebenen funktioniert: Zum einen das Leben Mozarts (gespielt von Femi Morina).

In einer Extra-Veranstaltung liest Spitzer aus Briefen des Komponisten

"Shaffer hat da sehr gründlich nachgeforscht", schwärmt Spitzer davon, wie der Autor die genialen, ebenso aber auch die ordinären und sehr menschlichen Seiten des Komponisten herausgearbeitet habe. "Mozart war schon ziemlich punkig", stellt der Regisseur fest, nachdem er sich zuletzt sehr intensiv mit dem Stoff beschäftigt hat. Spitzer verspricht in diesem Zusammenhang sehr persönliche Einblicke in Wolfgang Amadeus Mozarts Leben, wenn er demnächst im Theaterkeller Briefe des Komponisten vorliest (siehe unten).

Auf einer zweiten Ebene steht der Wiener Hofkompositeur Antonio Salieri (Bayer) im Mittelpunkt. Das Stück weist dem vor Hass auf das Musik-Genie ganz zerfressenen Salieri eine schicksalhafte Rolle zu: Wie soll er damit umgehen, dass die eigene Kunst plötzlich zum Mittelmaß verkommt und Neid und Missgunst sich wie ein böser Dämon in den Gedanken und in der Seele einzunisten beginnen?

Die dritte Ebene bildet die Musik. Die Kompositionen Mozarts durchziehen die Inszenierung wie ein roter Faden. In Form von Einspielern aus der Konserve untermalen und unterstreichen sie das Bühnengeschehen. "Das Werk steht über allem", bringt Spitzer die Bedeutung der Musik für das Stück auf den Punkt. "Der Zuschauer wird sehr unterhalten werden, er wird lachen und am Ende wird es sehr anrührend", verspricht der Regisseur "ein opulentes Theatererlebnis für die ganze Familie". Seiner Einschätzung nach ist das Stück bereits für Kinder ab zehn bis zwölf Jahren geeignet.

 

  Die Premiere von "Amadeus" findet am Freitag, 9. November, um 20 Uhr im Theaterkeller Sindelfingen (Vaihinger Straße 14) statt. Weitere Aufführungstermine sind am 10., 11., 16., 17., 18., 23., 24. und 25. November. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, sonntags bereits um 18 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es bei den Ticket-Shops der Kreiszeitung unter Telefon (0 70 31) 4 91 02 65 (Mercaden), oder Telefon (0 70 31) 87 92 94 (Stern-Center) sowie beim i-Punkt auf dem Sindelfinger Marktplatz, Telefon (0470 31) 9 43 25. Zusätzlich lädt Karsten Spitzer am Mittwoch, 21. November, um 20 Uhr zu einer Lesung ein. Der Schauspieler trägt historische Korrespondenzen von Mozart vor. Der Eintritt zur Lesung ist frei, Spenden sind willkommen.
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