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Maichingerin bei The Voice eine Runde weiter

Die Maichingerin Melissa Muamba (26) hat es bei "The Voice of Germany" in die "Battles" geschafftmmen

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    Melissa Muamba bei ihrem "Blind Aution"-Auftritt Foto: ProSieben/SAT.1/André Kowalski

Artikel vom 26. Oktober 2018 - 17:48

Von Eddie Langner

MAICHINGEN. "Bei einer Casting-Show mitmachen? Auf gar keinen Fall!" So hätte Melissa Muamba wohl noch vor einem Jahr geantwortet, wenn sie jemand gefragt hätte, ob sie sich für ein TV-Format wie "The Voice of Germany" bewerben würde. Wie sich herausstellte, musste sie das auch gar nicht. Stattdessen kamen die Macher der Talent-Show selbst auf die Maichingerin zu.

"Das war zum Semesterende im Februar. Ich hatte gerade meine letzte Prüfung geschrieben, kam aus der Uni und hab' auf dem Handy meine Mails gecheckt", erzählt die 26-Jährige, die in Tübingen Politik und Französisch studiert. In ihrem Posteingang fand sie eine Nachricht von den Machern der Musik-Show "The Voice of Germany".

Offenbar sind die Talentsucher der Sendung beim Durchforsten von Musiker-Facebook-Seiten und Youtube-Kanälen auf Melissas Indie-Band The Hunting Elephants aufmerksam geworden. "Wir finden deine Stimme mega krass", habe das "The Voice"-Team ihr geschrieben - verbunden mit der Einladung zu einem ersten Casting direkt am darauffolgenden Tag in einem Hotel in Stuttgart. Also übte die Sängerin auf die Schnelle drei Songs ein - offenbar mit Erfolg: "Fünf Minuten nach dem Vorsingen habe ich erfahren, dass ich im Juni zu einem weiteren Casting in Berlin eingeladen bin", erzählt die junge Frau.

Auch diese Hürde meisterte die Sängerin und so durfte sie im Juli, nur wenige Tage vor ihrem 26. Geburtstag, zur "Blind Audition" antreten. Der besondere Nervenkitzel liegt dabei ist, dass die Coaches mit dem Rücken zu den Kanditen sitzen. So müssen die "Talents", wie die Bewerber in der Show genannt werden, allein mit ihrer Stimme überzeugen.

Zwar bekommen die TV-Zuschauer noch ein bisschen Hintergrund-Gesichte serviert - in Muambas Fall die kongolesischen Wurzeln des Vaters und ihr völlig entspanntes Verhältnis zur eigenen Homosexualität - letztlich konzentriert sich die Sendung aber allein auf das Wesentliche: die Stimme.

Diese ist bei der Maichingerin in der Tat "mega krass". Ihr rauchiger Gesang klingt nach Whiskey und Zigaretten und ist zugleich unheimlich gefühlvoll. Bei ihrem Auftritt sang sie den Prince-Titel "I would die for you", den sie schon beim ersten Casting in Stuttgart präsentiert hatte. Auch in Berlin brachte der Song ihr Glück: Drei Coaches drehten sich um. Nur nicht Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier. Dabei wären die beiden für Muamba die erste Wahl gewesen. Weil aus der "Stuttgart-Allianz" nichts wurde, mussten die beiden "Fantas" sich einige Spötteleien anhören.

Am Ende entschied sich Melissa Muamba für Mark Forster. Warum? Zum einen sei sie ihrem Bauchgefühl gefolgt, zum anderen war es der Deutsch-Pop-Sänger, der sich als erster umgedreht hatte - und zwar just in dem Moment, als sie beim Singen die Augen aufgemacht hatte. Muamba: "Der Song war zu 80 Prozent vorbei, da dachte ich, jetzt wär's mal gut, wenn sich einer umdreht."

Bereits zwei Wochen später reiste sie von Maichingen erneut zum Gesangs-Coaching nach Berlin, wo sie von Forster und seinem Produzenten Daniel Nitt intensiv auf die nächste Runde vorbereitet wurde. "Ein geiler Typ, sehr auf dem Boden geblieben und ruhig in seiner Art", beschreibt sie Forster. Er wisse, wie man mit Talenten umgeht und mache klare Ansagen, lobt sie ihren Coach.

Ihre anfangs kritische Haltung gegenüber Casting-Shows habe sich seit "The Voice" gewandelt. Nach Ausstrahlung der Sendung am Donnerstag habe sie unheimlich viele positive Rückmeldungen bekommen. Bei allem Hype um ihre Person hat sich die 26-Jährige aber offenbar ihre Bodenhaftung bewahrt: "Ich will nicht mein ganz Leben lang den Casting-Show-Stempel tragen", betont Muamba, dass sie als Musikerin wahrgenommen werden will.

Ob ihr Weg nach den "Battles" zu Ende ist, oder man sie auch in den Live-Shows sehen wird, darf die Maichingerin nicht verraten. Ihre Fans werden wohl also noch ein bisschen weiter fiebern müssen.

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