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Unterricht auf der Streuobstwiese

Projekt "Grünes Klassenzimmer" wird mit dem Kulturlandschaftspreis 2018 geehrt: Umweltschutz für Kinder spielerisch vermittelt

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    Die Teilnehmer des Projektes "Grünes Klassenzimmer" werden auf der Streuobstwiese unterrichtet und haben sogar Spaß dabei. Foto:red

Das unterrichtsbegleitende Projekt "Die Streuobstwiese - unser Klassenzimmer im Grünen", das von Weil im Schönbuch aus organisiert wird, hat in diesem Jahr den Kulturlandschaftspreis erhalten. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 1500 Euro verknüpft.

Artikel vom 25. Oktober 2018 - 18:18

KREIS BÖBLINGEN (red). Lächelnde, interessierte Kindergesichter - das ist Ergebnis des Unterrichts im Freien. Lernort ist dabei die Streuobstwiese selbst. Über das ganze Jahr hinweg gibt es dort immer wieder Unterrichtseinheiten, in denen jeweils behandelt wird, was im Obstjahr gerade anfällt - vom Reisig binden über die Heuernte, vom Obst ernten bis zu dessen Verwertung und natürlich auch bis zum Genuss der Leckereien. Spielerisch werden den Kindern so die spannenden und wissenswerten Dinge rund um das Thema Streuobst nahe gebracht.

"Besser kann man Umweltschutz kaum vermitteln", freut sich der Erste Landesbeamte und stellvertretende Böblinger Landrat, Martin Wuttke, im Rahmen der offiziellen Preisverleihung am Mittwoch in Geislingen. "Wer während einer solchen Unterrichtsstunde in die Gesichter der Kinder schaut, der sieht, dass das Grüne Klassenzimmer ein Erfolgsmodell ist." Auch seien die Streuobstpädagogen mit ihrem Angebot Jahr für Jahr ausgebucht.

Die Schätze vor der Haustür

"Kinder sind interessiert und begeisterungsfähig und haben es gern, wenn sie selbst aktiv werden dürfen", sagte Beate Holderied aus Weil im Schönbuch, die als Vorsitzende des Vereins Streuobst-Pädagogen den Preis entgegennahm. Selbst Naturschutzwartin und Fachwartin für Obst, Garten und Landschaft, Obstbaumpflegerin und Streuobstbeauftragte des BUND-Landesverbands Baden-Württemberg, startete sie im Jahr 2003 mit dieser besonderen Unterrichtsform und war damit Motor des Projekts.

Ausgehend vom Landkreis Böblingen wurde das Grüne Klassenzimmer in andere Landkreise auch außerhalb Baden-Württembergs "exportiert" und wird überall erfolgreich durchgeführt. "So wie im Grünen Klassenzimmer Wissen vermittelt wird, ist es für die Kinder begreifbar, welche Schätze sich vor ihrer Haustür auftun und was man tun muss, um sie erhalten." Das Projekt wird inzwischen vom Verein der Streuobst-Pädagogen betreut, der 2012 gegründet wurde und seinen Sitz in Weil im Schönbuch hat.

Neben dem Lernort Streuobstwiesen wurden fünf weitere Preisträger gekürt. Zudem gab es drei Sonderpreise für Kleindenkmale. Verliehen wird der Preis vom Schwäbischen Heimatbund und dem Sparkassenverband Baden-Württemberg. Weitere Informationen zum Grünen Klassenzimmer gibt es unter http://www.streuobst-paedagogen.de im Netz.

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