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Grüne machen sich für Sozialticket stark

Kreisrätin Behm: "Ticket noch nicht vom Tisch"

Artikel vom 24. Oktober 2018 - 18:30

Von Jan-Philipp Schlecht

KREIS BÖBLINGEN. In der Diskussion um die Einführung eines Sozialtickets für Bus und Bahn im Kreis Böblingen melden sich die Grünen zu Wort. Eine Einführung des zu 50 Prozent subventionierten Tickets lehnt die Landkreis-Verwaltung mit dem Verweis auf die ohnehin schon teure VVS-Tarifreform ab. Dies hatte eine kontroverse Debatte im Sozialausschuss des Kreistags entfacht. Grünen-Kreisrätin Heidrun Behm: "Armut ist immer ein relativer Begriff, sie hängt immer vom Umfeld des Einzelnen ab und von der Frage: Was können sich andere leisten?" Sie und ihre Kreistags-Fraktion plädieren demnach für eine Einführung.

Solch ein Sozialticket würde die Kreiskasse jährlich mit rund 1,3 Millionen Euro zusätzlich belasten. Durch die Vereinfachung des Zonensystems innerhalb des VVS-Gebiets, kommen auf den Kreis Böblingen Mehrausgaben von 2,7 Millionen Euro im Jahr 2019 und über 4 Millionen in den Folgejahren zu. Darauf verweist die Verwaltung in ihrer Begründung, warum sie ein Sozialticket für nicht notwendig hält. Aus dem Armutsbericht für den Landkreis Böblingen gehe allerdings hervor, "dass das Geld von Empfängern von Sozialtransfers vielleicht für das Lebensnotwendige reicht, darüber hinaus aber kaum Spielräume bietet", so Landrat Bernhard. Laut Heidrun Behm sei damit klar, "dass die Schere zwischen Arm und Reich auch im Landkreis Böblingen immer weiter auseinander geht."

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