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Mit Trompeten und Posaunen

Bläserchor der Böblinger Stadtkirche feiert mit einem Festgottesdienst sein 70-jähriges Bestehen

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    Eckhart Böhm (hinten) dirigiert den Bläserchor der Stadtkirche Foto: Gaetano di Rosa

Artikel vom 23. Oktober 2018 - 17:48

BÖBLINGEN (red). In der gut besuchten Böblinger Stadtkirche beging am vergangenen Sonntag der Bläserchor der Stadtkirche sein 70-jähriges Bestehen.

Ganz im Sinne des 98. Psalms ("Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn"), der sich inhaltlich durch den ganzen Gottesdienst zog, begann auch die 70-jährige Geschichte dieses Ensembles. Es war das Jahr 1948. Die im Krieg zerstörte Stadtkirche wurde gerade wieder aufgebaut. In Ermangelung einer Orgel begleiteten anfangs Bläser an jedem Sonntag die Gottesdienste im Gemeindehaus.

Diese Bläsergruppe bestand zu Beginn nur aus ein paar 15-jährigen Jungs, die von dem musikalischen Pfarrer Wilhelm Scheerer angeleitet wurden. "Man fing ganz von vorne an", verweist Eckhart Böhm, Kantor und Leiter des Bläserchors, auf ein Foto, das die junge Schar auf einem Gerüst auf dem noch nicht fertiggestellten Kirchturm der Stadtkirche zeigt. Brachten die Posaunen von Jericho, die in der Lesung des Gottesdienst erwähnt wurden, eine Stadtmauer zum Einstürzen, so künden hier die Trompeten und Posaunen vom Aufbruch auf den Ruinen der Stadtkirche.

In dem Festgottesdienst am Sonntag in der Stadtkirche musizierten der Bläserchor unter der Leitung von Eckhart Böhm sowie der Bezirksbläserkreis unter Leitung von Bezirksposaunenwart Tobias Schweiker zusammen. Zu hören war ein Querschnitt des musikalischen Spektrums, in dem sich kirchliche Bläser- und Posaunenchöre bewegen: vom Barock bis zur Romantik, von der Moderne bis zum neuen Lied, vom Doppelchor bis zum intensiven romantischen Blechbläserklang.

Dekan Bernd Liebendörfer beleuchtete in seiner Predigt immer wieder die Bedeutung der Blasinstrumente beim Gang durch biblische Texte im Alten und Neuen Testament. Der Auftrag dieser Musikgruppen heute ist Verkündigung nicht nur in den Kirchenräumen, sondern auch außerhalb der Kirchenmauern: Der Dekan dankte den Musikern für ihren treuen Dienst. Kantor Böhm lud musikalische versierte Zuhörer zum Mitwirken bei dem Ensemble ein - "damit wir in 30 Jahren auch noch unser Hundertjähriges feiern können."

Der Gottesdienst ging mit einem kraftvollen Stück von Felix Mendelssohn und einem anschließenden heiteren Beisammensein zu Ende.

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