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Schönheit im Unvollkommenen suchen

Christiane Hinrichsmeyer präsentiert derzeit Bilder und Keramiken bei RK Küchenkultur in Böblingen

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    Christiane Hinrichsmeyer vor einer ihrer Arbeiten Fotos: Langner
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    Die japanische "Wabi Sabi"-Philosophie prägt auch die Keramik der Künstlerin

Artikel vom 16. Oktober 2018 - 17:48

Von Eddie Langner

BÖBLINGEN. Ein Kreis schließt sich mit der aktuellen Präsentation von Christiane Hinrichsmeyer in den Räumen der RK Küchenkultur GmbH in Böblingen. "Hier hatte ich vor zehn Jahren meine erste Ausstellung", erzählt die Holzgerlinger Landschaftsarchitektin. Mit einem strahlenden Lächeln führt sie an den Schau-Küchen vorbei durch ihre Ausstellung.

Seit vergangenem Donnerstag und voraussichtlich noch bis mindestens Ende November zeigt die Künstlerin hier Bilder und Keramiken, die zum Großteil in den letzten zehn Jahren entstanden sind. Die Keramiken hat Hinrichsmeyer in ihrem Stuttgarter Atelier in Raku-Technik hergestellt. Diese Holzbrandmethode hat ihren Ursprung im Japan des 16. Jahrhunderts und gründet auf der "Wabi Sabi"-Philosophie. "Die Gefäße sollten einfach und schlicht sein", erklärt die Künstlerin - quasi als Gegenentwurf zur prunkvollen Porzellankultur, die damals in China in Mode war.

Statt Perfektion steht bei "Wabi Sabi" das Unvollkommene im Vordergrund. "Zufall und Fehler werden bewusst in Kauf genommen", erläutert Hinrichsmeyer den ästhetischen Ansatz dieser Philosophie, die Anmut und Schönheit im Rohen, im Unfertigen und im stetigen Wandel findet. "Nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen, nichts ist vollkommen", bringt sie die "Wabi Sabi"-Grundsätze auf den Punkt.

Dazu passt, dass sich Hinrichsmeyer - nicht zuletzt wegen ihres beruflichen Hintergrunds - die Natur zum Vorbild nimmt. Dieser Ansatz spiegelt sich auch in der Auswahl ihrer Arbeitsmaterialien wider, die zum Teil aus dem Baubereich kommen. Sie verwendet Pigmente, Asche, Wachs, Sand und Bitumen und verarbeitet diese Elemente auf Jute oder grobem Beton. Die pastosen, strukturreichen, bisweilen auch brüchigen und rissigen Oberflächen ihrer Bilder, wecken im Betrachter geradezu den Drang, mit der Hand darüber streichen zu wollen.

Unvollkommen oder nicht - in den Verkaufsräumen in der Herrenberger Straße bilden die Arbeiten der Gattin des Architekten Randolph Hinrichsmeyer in jedem Fall eine perfekte Einheit mit den dort ausgestellten Kücheneinrichtungen. Es dürfte deshalb wohl nicht lange dauern, bis potenzielle Käufer auf der Suche nach Schönheit im Unvollkommenen hier fündig werden und sich eine der kunstvollen Arbeiten von Christiane Hinrichsmeyer für ihr eigenes Zuhause sichern.

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