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Nachgefragt: "In der Sache bleiben wir auf alle Fälle hart"

Nachgefragt

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    Peter Aue

Um den Böblinger Fernwärme-Konflikt zu lösen, findet jetzt eine Mediation statt. Die Vertreter der IG Fernwärme sind skeptisch, wollen aber konstruktiv mitarbeiten, sagt Pressesprecher Peter Aue (70).

Artikel vom 10. Oktober 2018 - 22:54

Von Robert Krülle

Hallo Herr Aue, was halten Sie von der Mediation?

Zunächst nicht viel. Wir als IG Fernwärme sind nicht davon überzeugt, dass die Mediation ein geeignetes Mittel ist, den Konflikt zu lösen. Aber Oberbürgermeister Belz hat dies vorgeschlagen, und der Gemeinderat hat das jetzt beschlossen - also werden wir uns dem nicht widersetzen, sondern sehr konstruktiv mitarbeiten. Was es bringt, wird man sehen.

Warum sind Sie so skeptisch?

Die Stadt und der Gemeinderat müssen letztlich für sich entscheiden, was sie energiepolitisch wollen und den Stadtwerken entsprechende Anweisungen geben. Sollen die Stadtwerke eine Einrichtung sein, die einen angemessenen Preis für ein Produkt der Daseinsvorsorge verlangt? Oder ein Unternehmen, das möglichst viel Gewinn macht - so wie jetzt? Die Zwangskunden haben ja keine Möglichkeit, sich einen anderen Anbieter zu suchen. Zudem halten wir es für ein großes Problem, dass die Stadtwerke sehr unwirtschaftlich arbeiten, unter anderem wegen zu viel Personal. Und solche Punkte können ja kaum ein Thema einer Mediation sein.

Dennoch die Frage: Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit die Mediation insgesamt ein Erfolg werden kann?

Eins ist für mich klar: Die Mediation wird nur funktionieren, wenn volle Transparenz geschaffen wird. Dass die bei den Stadtwerken fehlt, kritisieren wir ja von Beginn an. Man sollte Klartext reden können. Ob das passiert, ist aus meiner Sicht äußerst fraglich. Wir gehen ganz offen in die Mediation rein, aber ohne Transparenz macht das überhaupt keinen Sinn. In der Sache bleiben wir auf alle Fälle hart.

Die FDP hatte vorgeschlagen, dass Sie in den Aufsichtsrat der Stadtwerke gewählt werden - die eindeutige Mehrheit des Gemeinderats war da gestern aber dagegen. Enttäuscht sie diese Abstimmung?

Überhaupt nicht. Ich hatte mich um diesen Posten eh nicht gerissen, der Vorschlag kam von der FDP. Insofern bin ich jetzt weder enttäuscht noch beleidigt. Unabhängig davon sollte man aber aufpassen, dass der Aufsichtsrat kein reines Ja-Sager-Gremium wird - das kann man sonst vergessen.

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