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Humor: Wenn der Rapper-Name bei der Jobsuche stört

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    Foto: Atharva Tulsi on Unsplash

Artikel vom 06. Oktober 2018 - 15:24

Wer es als Rapper zu etwas bringen will, legt sich ein cooles Pseudonym zu. Der Name soll dabei nach einem harten Leben auf der Straße klingen, nach mehrfachen Haftstrafen, nach „Bling-Bling“, „Peng-Peng“ und „Ka-Tsching“. Der Vorteil eines solchen Künstlernamens: Wenn's mit dem Hip-Hop nicht mehr ganz so tip-top läuft, kann man einfach wieder auf den bürgerlichen Namen zurückgreifen. Ein Kai Kowalski findet beim Finanzamt eben deutlich leichter eine Anstellung als ein „MC Einzelhaft“. Blöd nur, wenn man mit seiner Doppelidentität im Internet Spuren hinterlassen hat . . . zum Beispiel auf Facebook, Twitter, Instagram – oder auf der Homepage der Kreiszeitung. So ging es zuletzt einem Rapper aus Berlin, der vor einigen Jahren bei einem Hip-Hop-Wettbewerb im Kreis den ersten Preis gewonnen hat. Die Veranstalter informierten uns über den Ausgang des Wettbewerbs und teilten neben dem Künstlernamen auch den echten Namen des Gewinners mit. Offenbar behindert das den jungen Mann jetzt bei der Jobsuche. Bei diesem Pseudonym ist das vielleicht auch kein Wunder. Um es dem armen Kerl nicht noch unnötig schwer zu machen, bleibt sein Künstlername hier besser unerwähnt. Nur so viel: Wer sich die englischsprachig-lässige Entsprechung zu einem Spitznamen wie Ulf Unpünktlich, Zacharias ZuSpät oder Sammy Säumig zulegt, der darf sich nicht wundern, wenn ein potenzieller Arbeitgeber daraus Rückschlüsse auf die Einstellung zur Pünktlichkeit zieht. Der rufgeschädigte Rapper drängte uns daraufhin, den Artikel sofort zu löschen. Dieser Bitte sind wir natürlich gerne nachgekommen. Der Schaden ist aber vermutlich schon angerichtet – wie heißt es doch so schön? Das Netz vergisst nicht. Wobei: Vielleicht findet der Ex-und-Hip-Hopper ja Trost in den Karrieren berühmter Kollegen wie zum Beispiel Ice T. Der US-Rapper mit dem bürgerlichen Namen Tracey Lauren Marrow komponierte einst die schöne Waise „Cop Killer“. Neben einem von Herzen kommenden „F***k the Police!“ finden sich in diesem Song auch noch so poesievolle Zeilen wie „Heut' Nacht zahlen wir's euch heim“ oder „Stirb, Bullenschwein, stirb!“ Und was macht der Herr Eistee heute? Richtig: Er spielt seit zehn Jahren einen Polizei-Detective in der US-Krimiserie „Law & Order: Special Victims Unit“. Es gibt also noch Hoffnung für Paulchen Planlos, Vinnie Verpeilt, Flyod Flatterhaft und all die anderen coolen Checker da draußen.

► Aus unserer Samstags-Humorkolumne ("Bonbons")

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