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Bunte Show über ernste Themen

Gemeinschaftliches Theaterprojekt zum Thema Nachhaltigkeit und Globalisierung feiert Premiere mit "Global Activity"

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    Kampf um die Gleichberechtigung in "Global Activity" Foto: Heike Rathmann

Artikel vom 05. Oktober 2018 - 16:06

ESSLINGEN/BÖBLINGEN (red). Kulturell gemischtes Publikum gab es unlängst in der Scala in Esslingen zur Premiere von Global Activity. Kein Wunder, denn die Schauspieler auf der Bühne waren ungefähr zur Hälfte aus der Vorbereitungsklasse der Gotthard-Müller-Schule in Filderstadt-Bernhausen. Die anderen beiden Schulen, die die Leiterin des Projektes, Bärbl Kehrer, gewinnen konnte, waren das Robert-Bosch-Gymnasium Gerlingen sowie das Otto-Hahn-Gymnasium Böblingen.

Ein halbes Jahr lang erhielten durchschnittlich 48 Schüler theaterpädagogischen Unterricht zum Thema "Nachhaltige Entwicklungsziele", in englischer Sprache: Sustainable Development Goals, kurz SDGs genannt. In jeder Schule hat die Theaterpädagogin bis zur gemeinsamen Projektwoche am Otto-Hahn-Gymnasium mit anderen theaterpädagogischen Konzepten gearbeitet. Letztes Wochenende war Premiere.

Das Ergebnis haben die Schauspieler selbst kreiert

"Das Ergebnis haben letztendlich die Schauspieler selbst kreiert", so die Leiterin. "Klatsch und Tratsch mit Andy und Candy", so der Titel, ist eine Fernsehshow in der Life-Szenen gespielt werden und Auslandskorrespondenten und Experten über Themen wie Überfischung, Umweltverschmutzung, neueste technische Errungenschaften und deren Umweltverträglichkeit, sowie Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, sexuelle Orientierung oder schulische Bildung informieren.

Andy und Candy, Max Kissel und Charlotte Rigot, bedienen sich mehrerer Elemente, um gemeinsam mit den Zuschauern Raum und Zeit zu überwinden. Mit dem Globus landen sie per Zufall auf der Karibischen Insel "Santa Clara", werden Zeuge eines Flossendance-Festivals, dessen Teilnehmer tot im Netz enden und erleben den Kampf um die Gleichstellung der Frau im Wohnzimmer einer saudi-arabischen Familie. Per computeranimierter Zeitmaschine können sie in die Vergangenheit reisen, um nachzusehen, wo das Übel seinen Ursprung nahm oder 500 Jahre in die Zukunft, um zu sehen, wohin unser Verhalten führen könnte.

Eine bunte und abwechslungsreiche Show

Es ist eine bunte und abwechslungsreiche Show - bis eine Jugendliche aus dem Publikum auf die Bühne stürmt und ihrer Wut über die fehlende Gleichberechtigung in der Welt freien Lauf lässt: "Die SDGs sind weit wichtiger im Leben von uns allen, als wir glauben!", klärt sie das Publikum auf, bis sie von der Regisseurin von der Bühne geholt wird.

"Gehörte das zum Spiel?", wollten Zuschauer am Ende wissen. Ein Lächeln huscht über das Gesicht der Regisseurin, denn der inszenatorische Kniff hat sein Ziel offenbar erreicht. "Eine gelungene Umsetzung dieses schwierigen Themas", zeigt sich die Geschäftsführerin des Trägervereins Sompon-Socialservice e.V. Vera Sompon wertschätzend.

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