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Europawahl 2019: Alexander Stahl aus Grafenau ist der Kandidat der FDP im Landkreis Böblingen

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    Der FDP-Kreisvorsitzende Hans Dieter Scheerer (links) gratuliert Alexander Stahl Foto: red

Artikel vom 12. September 2018 - 15:48

KREIS BÖBLINGEN (red). Am 26. Mai 2019 stehen nicht nur die Kommunalwahlen, sondern auch die Europawahlen an. Dann entscheiden die Bürger zum einen, wer in die Gemeinderäte einzieht, und zum anderen, wer dem Europaparlament angehören wird. Im Vorfeld küren die örtlichen Parteien ihre Kandidaten - früh dran ist die FDP. Bei der Kreismitgliederversammlung zuletzt wurde der 22-jährige Wirtschaftsinformatik-Student Alexander Stahl aus Grafenau mit 94,6 Prozent zum Kandidaten für die Europawahl 2019 gewählt. Er ist Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen in Böblingen.

Doch das war nicht der einzige Programmpunkt. Zudem berichtete Renata Alt, die Bundestagsabgeordnete aus Esslingen, über aktuelle Probleme der EU sowie mögliche Lösungsansätze. Die Chemikerin mit tschechischen Wurzeln ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, zu ihren Hauptaufgaben gehört die Pflege zu Botschaftskontakten der Visegrád-Ländern (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn), um eine Normalisierung der Beziehungen zu erreichen. Insbesondere die Entwicklungen in Ungarn sowie deren Ministerpräsident Viktor Orbán bereiten ihr dabei Sorgen.

Alt unterstütze die Idee des Französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine europäische Asylbehörde einzurichten. Auch müsse es finanzielle Sanktionen für Länder geben, die keine Flüchtlinge aufnehmen. Zudem müssen ihrer Meinung nach Marokko, Algerien und Tunesien als sichere Herkunftsländer eingestuft werden. Dies habe der Bundesrat letztes Jahr gekippt, dieses Jahr werde es einen neuen Anlauf geben. Neben der Flüchtlingsproblematik sieht Alt den Brexit als kritischstes Element für die EU an. Da der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs zum 29. März 2019 vollzogen werden soll, bleibe eigentlich nur noch bis Ende Oktober Zeit, einen "weichen" Brexit zu verhandeln. Gelinge dies nicht, könne es zu einem kompletten Stopp des Kapital-, Dienstleistungs-, Flug-, und Warenverkehrs kommen. Auch stehe die Personenfreizügigkeit auf der Kippe, was insbesondere bei der Grenze zwischen Irland und Nordirland zu Problemen führen könne.

Nach seiner Wahl zum FDP-Kandidaten zeichnete Alexander Stahl sein Bild einer reformierten EU: "Fragen der Migrations-, Umwelt-, Handels-, Verteidigungs-, Energie und Außenpolitik können wir gemeinsam in Europa lösen. In anderen Politikfeldern und Detailregelungen sollten die Kompetenz weiterhin bei den Nationalstaaten liegen. "

Zudem zeigte er Unverständnis über die zwei Standorte Straßburg und Brüssel. "Ein Sitz in Brüssel ist hier ausreichend", sagt er, Zudem müsse die Europäische Kommission kleiner werden. Stahl sprach sich für Elemente einer direkteren Demokratie aus: "Um die Meinungsbildung der Kommission oder der Abgeordneten zu unterstützen können Onlinebefragungen wie zuletzt zur Zeitumstellung genutzt werden", schlug er vor.

Auslandsaustausch für Auszubildende stärken

Gerade als junger Student kenne er die Bedeutung der EU und des Austausches zwischen den Ländern: "Für meine Kommilitonen und mich ist es selbstverständlich, ein Auslandssemester zu absolvieren." Bei der europäischen Mobilität sollte man aber die Auszubildenden nicht vernachlässigen. "Sicher gibt es hier höhere bürokratische Hürden, dennoch sollte in den Berufsschulen über die Austauschprogramme besser informiert werden", findet Stahl.

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