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Späte Schwangerschaften im Landkreis nehmen zu

Im Landkreis Böblingen wird mehr als jedes vierte Kind von einer Frau über 35 geboren - Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort

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    Bei Schwangerschaften über 35 sollten sich Frauen gut informieren und beraten lassen Foto: red

Artikel vom 31. August 2018 - 17:53

KREIS BÖBLINGEN (red). In nahezu allen Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen steigen die Zahlen der Frauen, die ihren Kinderwunsch beziehungsweise den Kinderwunsch als Paar zunehmend in einem höheren Alter realisieren. In Deutschland ist das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes seit Ende der 1960er-Jahre stark gestiegen und liegt aktuell bei rund 30 Jahren. Während noch in den 1990er-Jahren die 25- bis 29-jährigen Frauen die meisten Kinder bekamen, findet sich heute die höchste Geburtenhäufigkeit in der Altersgruppe der 30- bis 34-jährigen Frauen, so das statistische Bundesamt.

Im Landkreis Böblingen liegt der Anteil der Frauen, die mit über 35 Jahren Mütter werden, nach AOK-Daten bei 25,7 Prozent. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt liegt bei 22,4 Prozent. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort (2016: 22 Prozent, 2015: 23,8 Prozent, 2014: 21,8 Prozent, 2013: 21,6 Prozent). Auch die Zahl der über 40-jährigen Frauen, die ein Kind bekommt, steigt. Ihr Anteil lag im Landkreis 2017 bei 4,8 Prozent (2016: 4,3 Prozent, 2015: 4,6 Prozent, 2014: 3,8 Prozent, 2013: 3,9 Prozent). Der Durchschnitt der über 40-jährigen Frauen, die ein Kind bekommen, lag landesweit 2017 bei 4,3 Prozent.

Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass immer mehr Frauen sich über die Geburt eines Kindes freuen können. Gerade auch, wenn die Hoffnung darauf vielleicht schon geschwunden war, schreibt die AOK in einer Pressemitteilung. Dabei gelten Schwangerschaften ab 35 als so genannte Risikoschwangerschaften. Das sagt allerdings noch nichts über den Einzelfall aus. Wichtig ist, dass gerade Frauen, die bei einer Schwangerschaft nicht mehr unter 35 sind, wissen, dass sie auf etwas mehr Vorsorge achten. Rein statistisch treten hier nämlich häufiger Komplikationen wie zum Beispiel Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck, Thrombosen oder Präeklampsien auf. Auch nimmt mit steigendem Alter schlicht die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Erkrankung zu. Das kann eine Schwangerschaft negativ beeinflussen, muss es aber nicht.

Wichtig ist, dass man sich engmaschig von der Frauenärztin oder dem Frauenarzt untersuchen lässt. Stuft der Arzt die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft ein, erfolgen neben der regelmäßigen Vorsorge zusätzliche Untersuchungen.

Frauen ab 35 mit Kinderwunsch sollten sich umfassend informieren

Außerdem gut zu wissen: "Frauen, die gesund in ihre Schwangerschaft starten und sich gesundheitsbewusst verhalten, haben nahezu die gleiche statistische Chance auf ein gesundes Baby wie jüngere Frauen ohne weitere medizinische Risiken", betont auch AOK-Ärztin Sabine Knapstein. "Frauen in einem Alter ab 35 Jahren mit Kinderwunsch sollten sich von ihrem Frauenarzt umfassend über altersabhängige Risiken für Schwangerschaft, Geburt und Kind informieren lassen. Und sie sollten ausführlich dazu beraten werden, was sie selbst aktiv für einen optimalen Verlauf der Schwangerschaft tun können", verdeutlicht die Ärztin.

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