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Landkreis macht sich für Mehrwegbecher-System stark

13 Millionen Coffee-to-go-Gefäße werden im Kreis Böblingen pro Jahr weggeworfen

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    Produziert viel Müll und CO2 bei der Herstellung: Der Coffee-to-go-Becher ist eine große Belastung für die Umwelt Foto: Simone Ruchay-Chiodi

Artikel vom 13. August 2018 - 12:30

KREIS BÖBLINGEN (red/mis). Die Anzahl von verwendeten und weggeworfenen Coffee-to-go-Einwegbechern steigt immer weiter. Im Kreis Böblingen werden laut Berechnungen des Landratsamtes, statistisch berechnet, rund 13 Millionen Becher pro Jahr benutzt. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Böblingen (AWB) hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, den hohen Verbrauch an Einwegbechern und damit auch die Verschmutzung von Straßen und Landschaft durch die Plastik- und Pappbecher zu reduzieren und gleichzeitig Ressourcen und CO2-Emissionen bei der Produktion einzusparen.

Mit einem Pfandbechersystem möchte der Landkreis Böblingen eine Verhaltensänderung bei den Anbietern und Verbrauchern bewirken. Vor Kurzem hat der Abfallwirtschaftsbetrieb Bäckereien und Verkaufsstellen zu einem Runden Tisch eingeladen. Dort hatte die Firma ReCup ihr Pfandsystem, bereits durchgeführte Kampagnen in Deutschland und der AWB seine Beteiligung am Projekt vorstellen.

Bei ausreichend positiver Resonanz bei den Beteiligten wird der Abfallwirtschaftsbetrieb das System auf den Weg bringen. Konkret bedeutet dies, dass mindestens 30 Verkaufsstellen mitmachen müssen, um den Mehrwegbecher im Kreis an den Start zu bringen. Laut Landkreis-Pressesprecher haben sich bei dem ersten Treffen neun Bäckereifilialen aus dem Kreis bereit erklärt, dabei zu sein. Insgesamt nahmen an dem Runden Tisch rund 30 Interessenten teil, darunter auch Vertreter aus den Kreisstädten. "Wir wollen ein Zeichen gegen die immer weiter fortschreitende Wegwerfmentalität setzen und einen Beitrag zur Abfallvermeidung leisten", sagt Landrat Roland Bernhard. Die Firma Recup habe bereits in mehreren süddeutschen Großstädten ein Pfandsystem erfolgreich eingeführt, der Abfallwirtschaftsbetrieb möchte mit einem eigenen Landkreisbecher dieses flächendeckende Angebot unterstützen und weiter verdichten.

Der große Vorteil dieses etablierten Systems sei, dass der Kunde sich einen Coffee-to-go im Becher kaufen und diesen bei allen Partnern zurückgeben könne. Dort bekommt er das Pfand von einem Euro zurückerstattet. Das System finanziert sich laut Landratsamt nicht über den Becherverkauf, sondern über eine kostenneutrale Systemnutzungsgebühr der Kaffeeanbieter wie Cafés oder Imbissstuben von einem Euro pro Tag je Standort. Der Becher wird in den Partnercafés gespült und kann bis zu 500 Mal wiederverwendet werden.

Der Landkreis finanziert 2000 Becher

Die Umsetzung steht und fällt mit der Anzahl der teilnehmenden Cafés, Bäckereien oder sonstigen Verkaufsstellen, die Kaffee oder andere Getränke in einem Einwegbecher verkaufen, betont der Landkreis. "Ich würde mich freuen, wenn sich möglichst viele Anbieter von Coffe-to-go an der Aktion beteiligen", wirbt Roland Bernhard für eine flächendeckende Einführung des Landkreisbechers. Der Abfallwirtschaftsbetrieb wird daher die Umsetzung finanziell unterstützen, indem er die Kosten für das Layout und den Aufdruck komplett, sowie die Produktion von 2000 Bechern übernimmt.

  Firmen, die Recup-Partner im Landkreis Böblingen werden möchten, können sich gerne beim Abfallwirtschaftsbetrieb unter der Telefonnummer (0 70 31) 663-1860 melden. Weitere Infos gibt es auch unter http://www.recup.de.
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